Die 10 besten Reisetipps zu Guatemala

Guatemala – ein mittelamerikanischer Staat, in dem Spanisch gesprochen wird. Oft beschränkt sich das Wissen um das Land zwischen Mexiko im Norden, Belize im Nordosten und Honduras und El Salvador im Südosten auf diese zwei Tatsachen. Wer sich jedoch mit dem Land, das kaum größer ist als Bayern und Baden-Württemberg zusammen, einmal näher beschäftigt, der findet schnell heraus, dass eine Reise nach Guatemala absolut lohnenswert ist.

Mystische Ruinen der Maya, farbenfrohe Märkte und beeindruckende Landschaft sind nur einige Aspekte, die Dich dazu einladen, nach Guatemala zu reisen. Wir haben noch ein paar mehr gefunden und für Dich als 10 Gründe für eine Reise nach Guatemala zusammengefasst:

10 Gründe, warum Du nach Guatemala reisen solltest!

 

1. Verborgene Ruinen der Maya-Kultur: Tikal

Tief im Dschungel des Tieflandes von Guatemala verborgen liegt eine der beeindruckendsten Maya-Ruinen: Tikal. Seine baulichen Ursprünge nahm das heutige UNESCO Kultur- und Naturerbe um 200 v.Chr. Rund 800 Jahre später erreichte es seine erste Blütezeit und beherbergte geschätzte 100.000 Einwohner. Um 900 n.Chr. erlosch die Maya-Stätte mehr und mehr, bis sie ungefähr im 10. Jahrhundert n.Chr. vollkommen verlassen war und der Dschungel erneut die Herrschaft über das Gebiet erlangte.

1000 Jahre schlummerte mancher Komplex unberührt unter der Urwalddecke bis Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten wissenschaftlichen Expeditionen und Ausgrabungen die antike Hochstätte der Maya wieder zu Tage brachten. Ein Prozess der bis heute andauert. Denn auch wenn mittlerweile die wichtigsten Anlagen vollständig ausgegraben sind, so beherbergt das Umland von Tikal noch zahlreiche vom Urwald überwucherte Bauwerke, die auf ihre Freilegung warten.

Besonders lohnenswert ist der Besuch der Anlage in der Morgendämmerung. Dann heißt es die Spitze eines Tempels erklimmen, den Geräuschen von Papageien, Tukanen und Brüllaffen aus dem angrenzenden Dschungel lauschen und den Sonnenaufgang genießen!

2. Lebendige Maya-Kultur

Während das nördliche Tiefland des Petén für die erloschene Maya-Kultur steht, ist diese in den vielen kleinen Dörfern im zentralen Hochland nach wie vor lebendig. Farbenfrohe Trachten (von Dorf zu Dorf unterschiedlich), fröhliche Fiestas und prächtige Märkte, unter ihnen der wohl bekannteste Markt der Maya in Chichicastenango, sind dafür ebenso Zeugen, wie die zahlreichen allgegenwärtigen Maya-Sprachen.

3. Eine Fahrt im Camioneta oder Chicken Bus

Ein Erlebnis ohnegleichen ist die Fahrt in den meist buntbemalten Camionetas, alte US-amerikanische Schulbusse, die in Guatemala das gebräuchlichste Verkehrsmittel sind und mit denen fast jeder noch so entlegene Winkel Guatemalas erreicht werden kann. Wo in den USA jedoch 2 oder 3 Schüler Platz finden, sind es in Guatemala schon mal 4 oder 5 erwachsene Personen. Laute Salsamusik oder Latino-Techno, im Gang sitzende Passagiere, dicke Rußschwaden und gackernde Hühner als Sitznachbarn runden das Abenteuer ab. Letztere verleihen den Bussen auch den Namen „chicken bus“. Oder sollte es doch daran liegen, dass man wie Hühner auf der Stange eingepfercht im Bus sitzt?

Allen Widrigkeiten zum Trotz gelten die Chicken Busse aber als die beste und auch sicherste Transportlösung in Guatemala (mal ganz abgesehen vom technischen Zustand der Busse). Mit speziellen Touristenbussen erreichst Du zwar häufig schneller und bequemer das Ziel, durch den hohen Anteil an einheimischen Passagieren sind die Chicken Busse aber auch ein weniger interessantes Ziel für Überfälle.

4. Afro-karibisches Ambiente in Lívingston

An der karibischen Küste Guatemalas und nur per Boot zu erreichen findet sich die kleine Enklave der Garífuna Volksgruppe am Río Dulce. Die Nachkommen von ehemals afrikanischen Sklaven und karibischen Inselbewohner, auch Black Caribs genannt, haben sich ihre eigene Kultur mit vielen afrikanische Einflüssen bewahrt und so ist Lívingston weniger wegen bestimmter Sehenswürdigkeiten, als für sich selbst einen Besuch wert. Den Besucher erwarten Holzhäuser in leuchtenden Farben, Kokosnusspalmen und der von Trommeln bestimmte Rhythmus des Punta.

5. Guatemala – Land des ewigen Frühlings

„Es gibt keine schlechte Zeit, um nach Guatemala zu reisen“, so sagt der Lonely Planet. Das Klima in Guatemala ist genauso vielfältig wie seine Natur und Kultur.

Während in Küstenregionen oder im Tiefland des Petén typisches tropisches Klima mit einer Luftfeuchtigkeit um die 90% und durchschnittlichen Temperatur von 26°C herrscht, hat das Hochland ein sehr angenehmes und trockenes Klima mit frühlingshaften Durchschnittstemperaturen. Ab 3000 Höhenmetern wird es deutlich kälter und doch weist genau diese Zone, die höchste Bevölkerungsdichte auf.

6. Antigua

Schönste Hauptstadt der neuen Welt – so wurde Antigua Guatemala lange bezeichnet, bis im 18. Jahrhundert ein Erdbeben die Stadt fast vollständig zerstörte und die heutige Hauptstadt Guatemala Stadt auf sichererem Terrain gegründet wurde. Aber auch heute ist Antigua noch eine der schönsten Kolonialstädte in Lateinamerika.

antiguaWiederaufgebaute imposante Renaissancebauten, reich verzierte Kirchenfassaden, aber auch die zahlreichen Ruinen zeugen von der grandiosen Pracht der Stadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Umrahmt von drei Vulkanen und auf 1500 m liegend ist Antigua heute ein lebendiges Kulturdenkmal mit vielen Sehenswürdigkeiten und Museen.

7. Feinster Kaffee aus Guatemala

Kaffee ist das Exportprodukt Nummer Eins in Guatemala und mancher bezeichnet den guatemaltekischen Kaffee (reiner Arabica) als den besten Kaffee der Welt. Besonders die Region um die ehemalige Hauptstadt Antigua ist bestens für den Kaffeeanbau geeignet: Fruchtbarer Vulkanboden, sonnige Tage und kühle Nächte, regelmäßiger Niederschlag sind die Garanten für geschmack- und nuancenreiche Sorten.

Lohnenswert ist auch ein Besuch der Stadt Cobán im Alta Verapaz, die vor allem von deutschen Kaffeepflanzern und Plantagenbesitzern geprägt wurde. Wer möchte, kann hier bei einer Führung auf einer dieser deutschen Kaffeeplantagen einen interessanten Einblick in die Kaffeekultur Guatemalas bekommen.

8. Günstiges Reiseziel

Guatemala zählt zu den günstigsten Reisezielen Mittelamerikas. Eine Übernachtung in der Jugendherberge kostet ca. 3-4 €, eine einfache Mahlzeit kostet um die 2-3 €, eine Busfahrt ca. 0,80 € pro Stunde. Alles in allem kann man je nach gewünschten Standard also gut mit 12-30 € pro Reisetag auskommen.

Besonders günstig sind auch die Spanisch-Sprachschulen in Guatemala – vor allem in Antigua. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn beim Preiskampf leidet oftmals auch die Qualität des Sprachunterrichts.

9. Malerische Natur

Spiegelglatte Seen, vulkanisches Hochland und einzigartige Tiere: Guatemala hat auch für Naturliebhaber einiges zu bieten. Aber nicht nur diese werden sich über den Anblick des angeblich schönsten Sees Mittelamerikas, des Lago Atitlán, freuen, der tiefblau, kalt und dennoch malerisch auf 1560 m liegt und umrahmt wird von gleich drei klassischen Vulkanen, welche nur darauf warten, erklommen zu werden. Oder wie wäre es mit einem erfrischenden Bad in den natürlichen, smaragdgrün schimmernden Schwimmbecken in Semuc Champey?

Wen das Abenteuer reizt, dem bieten sich z.B. unzählige Rafting-Möglichkeiten u.a. am Río Cahabón im Alta Verapaz. In den Nebelwäldern dieser Region lässt sich mit viel Geduld auch schon mal der bedrohte Wappenvogel und das Wahrzeichen Guatemalas schlechthin entdecken: Der Quetzal, der schon bei den Mayas als Götterbote verehrt wurde.

Eins ist Guatemala jedoch nicht: ein Badeziel. Die karibische Küste beschränkt sich auf gut 90 km mit nur einigen wenigen paradiesischen Stränden. Die Pazifikküste wiederum ist geprägt durch den schwarzen Sand vulkanischer Herkunft.

10. Gut zu erkunden

Guatemala ist ein verhältnismäßig kleines Land und kaum größer als Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Dank des zudem recht gut ausgebauten Straßennetzes (welches u.a. auch einen Steckenabschnitt der legendären Panamericana umfasst) kann man auch in relativ kurzer Zeit viel sehen. Trotzdem sollte man bedenken, dass nicht alle Straßen dem westeuropäischen Standard entsprechen und dass Fahrten in den Chicken Bussen zudem durch zahlreiche Stopps gekennzeichnet sind. Mitunter kann eine Fahrt also deutlich länger dauern als geplant.

So schön das Land auch ist, so sollte einem auch bewusst sein, dass Guatemala leider für seine hohe allgemeine Kriminalität bekannt ist. Bewaffnete Raubüberfälle haben leider zugenommen und betreffen auch Touristen. Wer jedoch mit offenen Augen und gesundem Menschenverstand durch Guatemala reist, sich zudem an die Tipps der lokalen Bevölkerung und die übliche Vorsichtsmaßnahmen hält, dem steht für eine tollen Reise nach Guatemala nichts im Wege.

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Redaktion

Für das Team von TravelWorks heißt Reisen mehr als nur Tourist sein: Nicht auf der Oberfläche schwimmen, sondern ins Geschehen eintauchen. Wir sind selber mehrere Jahre im Ausland gereist und geben unsere Erfahrungen gerne aus erster Hand weiter. Daher versorgen wir euch hier mit spannenden Artikeln sowie hilfreichen Informationen zur Vor- und Nachbereitung eures Auslandsaufenthaltes und verhelfen euch so zu einem unvergesslichen Abenteuer.

1 Kommentar

  1. Stefan   •  

    Hallo,
    ein interessanter Artikel über Guatemala mit vielen Hinweisen für Reiseinteressierte. Als Alternative zu den Bussen kann man sich auch einen Leihwagen mieten. Dabei muss man sich nach meiner Erfahrung aber ebenfalls darauf einstellen, dass man im Schnitt pro Stunde etwa 50 km weiter kommt. Sei es, weil die Straßen nicht optimal sind, oder sei es, weil man auf den meist einspurigen Strecken nicht ständig die langsam fahrenden LKW überholen kann.
    LG
    Stefan

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