Von Spanien nach Costa Rica – Sprachreisen durchs Spanische

Unsere Kollegin Sonja liebt es zu reisen und dabei ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. Besonders Spanisch-Sprachreisen haben es ihr angetan. Mehrmals war sie bereits in verschiedenen Teilen Spaniens – und schon in wenigen Tagen geht es für sie nach Lateinamerika, genauer gesagt nach Costa Rica. Was Sonja alles über ihre Sprachreisen zu erzählen hat und welche persönlichen Tipps sie für dich hat, liest du in diesem Interview mit ihr.

Deine dritte Sprachreise steht kurz bevor. Du scheinst ja schon fasziniert zu sein von dieser Art des Reisens, oder?

Ja, genau, und das aus gleich mehreren Gründen. Zum einen finde ich es toll, dass man selbst bei einer nur einwöchigen Sprachreise ein wenig Eintauchen kann in den Alltag vor Ort, wobei Alltag für viele ja eher negativ belastet ist. Ich meine damit aber mehr, dass man sich ein Stück weit zuhause fühlt. Sei es der Weg zur Schule, der einem spätestens am dritten Tag vertraut vorkommt, der morgendliche Abstecher zum Bäcker, um noch schnell den Kaffee zu holen, die Cafés oder Kneipen, in die man mehrfach geht, weil es dort einfach die besten lokalen Spezialitäten gibt.

Und man lernt viel über die Gewohnheiten und die Kultur vor Ort – gerade, wenn man mit Einheimischen zusammenwohnt. Anders als bei kurzen Städtereisen hat man einfach Zeit, einen Ort kennenzulernen und nicht nur einmal kurz als Tourist einen Abstecher in ein bestimmtes Viertel zu machen. Genau deswegen bevorzuge ich im Übrigen auch kleinere Städte, in denen es noch leichter ist, sich heimisch zu fühlen.

Das ist ein Grund, aber du sprachst ja von mehreren?

Klar. Im Vordergrund steht natürlich auch immer das Sprachen lernen und gerade Spanisch hat mich schon immer fasziniert und wollte ich seit der Schulzeit lernen – ganz ohne besonderen Grund. Während einer Sprachreise hat man einfach Zeit, sich wirklich intensiv der Sprache zu widmen. Hier zuhause gehe ich zwar auch einmal die Woche zum Spanischkurs, aber da ist es schwer, richtige Fortschritte zu machen, wenn man abgesehen vom Unterricht keine Zeit mehr hat, zu lernen. Bei einer Sprachreise passiert das ja ganz automatisch eben auch außerhalb des Unterrichts. Man geht in ein Café, bestellt was zu trinken und kommt vielleicht mit dem Kellner ins Quatschen und sei es mit Händen und Füßen.

Ich erinnere mich noch gut an meine erste Sprachreise und meinen ersten Abend, an dem ich für spanische Verhältnisse viel zu früh in eine Tapas-Bar ging. Da ich der einzige Gast war, hatte der Inhaber aber Zeit, mit mir zu plaudern, war daran interessiert, was ich mache, woher ich komme, etc. Mein Spanisch war noch rudimentär. Aber irgendwie haben wir es geschafft, uns zu verständigen. Gerade auch im Nachhinein ein echtes Spracherlebnis.

Du findest es also nicht problematisch alleine zu reisen?

Nein, zumindest nicht bei einer Sprachreise. Ich habe bisher immer so schnell neue Leute kennengelernt, mit denen man sich dann auch außerhalb der Schule am Nachmittag oder Abend getroffen und gemeinsam die Gegend erkundet hat. Wenn man etwas aufgeschlossen ist, ist das wirklich gar kein Problem. Viele reisen ja ebenfalls alleine und sind somit in derselben Situation.

Auch das Freizeitprogramm, das die Sprachschule anbietet, ist natürlich eine ideale Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Ich würde daher immer empfehlen, gleich am Anfang mitzumachen, auch wenn einem das Programm selbst vielleicht nicht so spannend vorkommt. Aber gerade dort sind ja auch die anderen „Neuen“ dabei und man kommt schnell ins Gespräch – je nach Sprachniveau im Übrigen auch direkt in Landessprache, denn das ist ja noch ein gemeinsames Interesse aller, die Verbesserung der Sprachkenntnisse. Aber je nach Gruppe kommt hier dann auch schnell mal Englisch ins Spiel, da es für viele dann doch noch einfacher ist, sich so zu verständigen.

Verfällt man dann nicht auch schnell ins Deutsche?

Das ist sicherlich bei jedem etwas anders. Aber ich persönlich empfinde es als unhöflich, in einer Gruppe internationaler Leute mit ein oder zwei Personen in die eigene Sprache zu wechseln, die die anderen nicht verstehen. Klar, gerade wenn man vom Lernen und den vielen Eindrücken müde ist, kommt es trotzdem mal vor. Doch zum einen bemühe ich mich dann wieder in die gemeinsame Sprache zu wechseln, zum anderen hatte ich eigentlich immer bunt durchmischte Gruppen mit wenig anderen Deutschen, da fällt es natürlich von vornherein leichter.

Du sagst, du warst müde vom Lernen?

Haha… ja, meine Zeit an der Uni, ganz zu schweigen von der Schulzeit, liegt jetzt ja auch schon ein paar Jahre zurück. Da ist es schon eine Umstellung, wenn man vier bis fünf Stunden am Tag Unterricht hat – gerade an den ersten Tagen. Wobei die Kurse an sich super abwechslungsreich und unterhaltsam sind, gerade eben auch wegen der vielen verschiedenen Nationen, die dort zusammentreffen. Da lernt man nicht nur die Landessprache, man erfährt auch super viel über das Leben in anderen Ländern. Bei meiner letzten Sprachreise waren mit mir ein Engländer, eine Japanerin, eine Koreanerin, ein Norweger, eine Schwedin sowie eine Deutsche im Kurs. Ein Teil Studenten, ein Teil Berufstägige – da waren die Diskussionen zu bestimmten Themen gleich in mehrfacher Hinsicht super interessant.

Hast du denn in deinen Sprachkursen die gewünschten Fortschritte erzielt?

Ja, auf jeden Fall! Die erste Sprachreise war quasi mein Wiedereinstieg ins Spanische nach meinem Kurs an der Uni damals und einer dann sehr langen Pause. Mit einem Kurs hier zuhause wäre das sicherlich super frustrierend gewesen. Da waren die zwei Wochen damals ins Cádiz absolut perfekt. Für meine letzte Sprachreise nach San Sebastián hatte ich dann leider nur eine Woche Zeit, in der ich aber unglaublich viel gelernt habe. Danach hatte ich das erste Mal das Gefühl, einfach drauf los reden zu können. Kein langes Nachdenken über Verbformen, Vokabeln oder Sonstiges. Auch wenn bestimmt nicht alles richtig war.

Aber dennoch ein tolles Erfolgserlebnis! Da habe ich es tatsächlich sehr bereut, nicht zumindest eine weitere Woche bleiben zu können. Und dennoch! Wenn es nicht anders geht, lieber eine einwöchige Sprachreise machen als gar keine. Dafür dann eben vielleicht den Intensivkurs nehmen, wobei mir persönlich auch immer noch wichtig wäre, ausreichend Freizeit zu haben. Denn die gehört zu einer Sprachreise dann doch einfach auch dazu. Aber klar, das hängt natürlich auch stark von den persönlichen Anforderungen und Erwartungen ab.

Wie war das eigentlich mit der Unterkunft? Warst du in einer Gastfamilie?

Nein, ich hatte mich beide Male tatsächlich für die Unterkunft in einer WG entschieden. Schlichtweg, weil Gastfamilien oft nur mit Halbpension, vor allem aber auch ohne Küchennutzung angeboten werden. Mit das Spannendste auf Reisen ist für mich jedoch das Essen. Egal ob in der Tapas Bar, im Restaurant oder auch im Supermarkt – ich möchte probieren, was mich anspricht und das wollte ich mir eben nicht entgehen lassen. Für mich war das auch im Nachhinein genau die richtige Entscheidung, denn die unglaublich leckeren Tapas und Pinxtos waren echte Highlights der Reisen. Da läuft mir glatt wieder das Wasser im Munde zusammen.

Ohnehin habe ich beide Mal das Glück gehabt, mir die Wohnung mit Einheimischen zu teilen und konnte so das Beste aus beiden Optionen vereinen. Aber das wusste ich natürlich vorher nicht. In Costa Rica werde ich dieses Mal aber tatsächlich in einer Gastfamilie wohnen und bin sehr gespannt auf das Erlebnis. Die kulinarischen Streifzüge hole ich dann einfach im Anschluss nach…

Wie kommt’s eigentlich, dass du dich dieses Mal für Costa Rica entschieden hast und nicht wieder nach Spanien gehst?

Nachdem ich vor einigen Jahren bereits in Panama war, stand Costa Rica zum einen ohnehin schon auf meiner „Bucket List“. Eine Woche Sprachkurs am tropischen Strand in Manuel Antonio erschien mir vor der weiteren Reise durchs Land dabei ein echt entspannter Einstieg. Zum anderen bin ich auch echt gespannt, wie sich eine Sprachreise nach Spanien von einer nach Mittelamerika unterscheidet: das Spanisch der Ticos, der Unterricht an unseren Schulen dort, das Leben in einer Gastfamilie usw. Vor allem die Freizeit nach dem Sprachkurs wird sicherlich sehr anders aussehen. Statt Stadtbummel steht hoffentlich Schnorcheln, Zip-Lining, Rafting & Co auf der Agenda. Es wird also abenteuerlich!


Hast du Lust bekommen, die spanischsprachige Welt wie Sonja mit Sprachreisen zu entdecken? Dann schau doch mal bei unseren Sprachreisen-Programmen in Spanien und Lateinamerika vorbei. Falls du Sonja mit weiteren Fragen löchern möchtest oder einfach nur auf der Suche nach Ideen für deine Sprachreise bist, kannst du uns gerne kontaktieren. 

Redaktion

Für das Team von TravelWorks heißt Reisen mehr als nur Tourist sein: Nicht auf der Oberfläche schwimmen, sondern ins Geschehen eintauchen. Wir sind selber mehrere Jahre im Ausland gereist und geben unsere Erfahrungen gerne aus erster Hand weiter. Daher versorgen wir euch hier mit spannenden Artikeln sowie hilfreichen Informationen zur Vor- und Nachbereitung eures Auslandsaufenthaltes und verhelfen euch so zu einem unvergesslichen Abenteuer.

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