Freiwilligenarbeit unter Mönchen – Als Volontär in Tempelschulen

Bist du interessiert daran, in einer Tempelschule in Thailand, Laos oder Sri Lanka mitzuhelfen, die Mönche und Novizen zu unterrichten oder möchtest du vielleicht einfach nur mehr über den Buddhismus erfahren? In diesem Beitrag klären wir dich über die Do’s & Dont’s in Tempelschulen auf und geben dir ein wenig Backgroundwissen zu der Erfahrungsreligion.

Volontär in einer Tempelschule

Als Volontär kannst du dich mit TravelWorks als assistierende Lehrkraft an Tempelschulen in Thailand (Chiang Mai), Laos und Sri Lanka engagieren. Deine Hilfe wird u.a. im Englischunterricht benötigt. Dazu kannst du dich je nach Bedarf auch in Mathematik und anderen Fächern einbringen, Nachhilfe geben oder den Schülern deine Hilfe bei ihren Hausaufgaben anbieten.

Welche Regeln du insbesondere im Umgang mit Mönchen und Novizen beachten musst und wie du dich auf Tempelgeländen verhalten solltest, erläutern wir dir unter Do’s & Don’ts.

Do’s und Don’ts

Egal, ob du als Besucher oder Assistenz-Lehrkraft einen Tempel betrittst – es gibt einige Verhaltensregeln, die du dringend beachten solltest.

… als Besucher:

  • Bedecke Schulten und Knie. Auch wenn es mitunter sehr heiß und feucht ist, solltest du dich für einen Tempelbesuch passend kleiden (keine Shorts, keine Tops, …). Halte für solche Anlässe alternativ ein großes Tuch parat, mit dem du dich bedecken kannst.
  • Zieh deine Schuhe aus, wenn du das Tempelgelände betrittst.
  • Verhalte dich still, lache nicht laut los und schreie nicht. Du könntest sonst die Mönche und Nonnen in ihrem Gebet oder bei der Meditation stören.
  • Fotografiere die Mönche nicht, wenn sie Almosen empfangen. Bei anderen Anlässen frage vorher um Erlaubnis. Wenn du eine Kamera mit Display hast, ist es höflich, das Foto kurz zu zeigen.
  • Zeige nicht auf Mönche und Buddha-Statuen und berühre sie keinesfalls.
  • Halte deinen Kopf unterhalb von Buddha-Statuen und klettere nicht auf ihnen herum.
  • Beuge deinen Kopf leicht nach unten und presse ggf. deine Handflächen zusammen, wenn du Mönchen begegnest. So zeigst du ihnen deinen Respekt. Laufe nicht neben ihnen her und mache ihnen Platz, wenn du ihnen begegnest.
  • Händchen halten, küssen, … Du solltest jegliche Art von Körperkontakt mit deinem Freund bzw. deiner Freundin vermeiden.
  • Verletze und töte keine Tiere auf dem gesamten Tempelareal. Damit ist schon das Schlagen nach Moskitos gemeint.

… als Volontär:

  • Befolge alle Regeln, die auch für Besucher gelten – siehe oben.
  • Lehrer werden respektiert und geachtet, daher solltest du dich entsprechend benehmen und präsentieren, angefangen beim Kleidungsstil: Frauen können kniebedeckende Röcke, lange Hosen und Blusen tragen. Achte auf wenig aufdringliche Farben und entscheide dich für schwarz, weiß, dunkelblau, khaki, … – jedoch nicht komplett schwarz. Für Männer sind lange Stoffhosen und Hemden adäquat. Die Kleidung sollte nicht zu eng sitzen. Trage geschlossene Schuhe, also keine Sandalen oder Flipflops. Diesen „Dresscode“ solltest du auch in deiner Freizeit befolgen.
  • Tattoos und Piercings (außer Ohrringe bei Frauen) dürfen nicht sichtbar sein.
  • Als Frau darfst du Mönchen und Novizen nichts direkt anreichen. Wenn du z.B. Unterrichtsmaterialien aushändigst oder Papiere überreichst, umgehst du diese Situation am besten, indem du die Dokumente einfach auf den Tisch vor ihnen legst, sodass sie es sich von dort nehmen können. Falls dir mal ein Stapel Papier o.Ä. auf den Boden fallen sollte, darfst du den Mönchen diese Dokumente niemals austeilen.
    Wenn du einem Mönch etwas erklärst, hocke dich neben seinen Tisch oder nimm dir einen Stuhl, sodass dein Kopf nicht höher als der des Mönches ist.
  • Mönche und Novizen dürfen nicht singen, klatschen, tanzen, Sport machen oder aktive Spiele spielen. Dies solltest du bei der Gestaltung des Unterrichts unbedingt beachten. Einfache Spiele, bei denen sie sich wenig bewegen müssen, Theaterstücke und Geschichten aus deiner Heimat kommen aber immer gut an.
  • Last but not least: Geduld und Respekt sind sehr wichtig. Im Buddhismus ist kein Raum für Streit oder Diskussionen. Akzeptiere die Dinge wie sie sind und versuche nicht, die Menschen – insbesondere die Mönche – zu verändern. Wenn die Dinge gerade nicht so sind, wie du sie dir wünschst, wird es später besser – oder im nächsten Leben.

Backgroundwissen Buddhismus

Bist du dem Buddhismus schon einmal im alltäglichen Leben begegnet, vielleicht im Unterricht in der Schule, im Freundes- und Bekanntenkreis oder auf einer Reise? Oder praktizierst du ihn (in Teilen) sogar selbst? Falls du dich noch nicht ganz so gut damit auskennst oder keinerlei Erfahrung mit dem Buddhismus hast, geben wir dir im Folgenden etwas Hintergrundwissen an die Hand:

Buddhismus ist – wie der Hinduismus und der Taoismus – eine sogenannte Erfahrungsreligion und unterscheidet sich dadurch wesentlich von Glaubensreligionen wie z.B. dem bei uns verbreiteten Christentum oder dem Islam. Persönliche Erfahrungen und Ereignisse haben laut Buddha ihre Ursache nicht nur in unserem jetzigen, sondern auch in früheren Leben, sodass sich unsere gegenwärtigen Gedanken, Worte und Taten auch in die Zukunft auswirken. Bestimmt hast du schon einmal von Karma gehört? Gutes Karma stellt eine Belohnung in Aussicht, entweder in diesem oder in einem nächsten Leben, z.B. die Wiedergeburt in geordneten Verhältnissen, einem finanziell abgesicherten Leben ohne Sorgen, oder in der Göttersphäre. Schlechtes Karma führt zu einer Wiedergeburt unter negativen Umständen, z.B. als Tier oder Dämon.

Auf dem Weg zum Buddhismus wirst du wenig Vorschriften begegnen. Vielmehr sollen Buddhas Lehren bewusst hinterfragt und durch persönliche Erfahrungen überprüft werden. Oberstes Ziel ist die Entfaltung des eigenen Geistes: Buddha sagt, dass jeder Mensch zur Erleuchtung fähig ist und dass sie durch Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erreicht werden kann.

Wer war Buddha?

Siddharta Gautama lebte um 500 vor Christus im heutigen Nepal und ist der Begründer des Buddhismus. „Buddha“ ist der Ehrenname des Religionsstifters und bedeutet übersetzt „Erwachter“. Man sagt, dass Gautama im Alter von etwa 35 Jahren das „vollständige Erwachen“ erreicht haben soll, nachdem er einige Jahre entlang des Flusses Ganges gewandert ist, um dort berühmte religiöse Lehrer zu treffen, ihre Methoden studierte und sehr enthaltsam lebte.

45 Jahre lehrte und sprach er öffentlich vor Menschen verschiedenster Herkünfte, predigte gleichermaßen vor Bauern und Königen, vor Räubern und ehrlichen Bürgern, vor Kranken und Gesunden, und gab ihnen Erklärungen und Ratschläge, wie sie ihr Leben nutzen, Schwierigkeiten aus dem Weg gehen und dauerhaftes Glück erlangen können. Da seine Lehren jeweils die individuellen Lebenseinstellungen und Fähigkeiten seiner Schüler berücksichtigte, entstand im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Anleitungen, aus denen sich später unterschiedliche Wege herausbildeten.

Einer der Wege (heute unterscheidet man häufig zwischen dreien) nennt sich Theravada. Diese Form des Buddhismus ist am weitesten verbreitet in Myanmar sowie in Sri Lanka, Thailand und Laos, wo TravelWorks Projekte in Tempelschulen anbietet, und bedeutet „Schule der Älteren“. Sie ist die älteste Schultradition des Buddhismus und legt den Schwerpunkt auf das eigene positive Verhalten nach Außen sowie dem Vermeiden von schwierigen Situationen, Leid und Bösem. Mönche, denen du dort begegnest, folgen also dem Weg des Theravada und verhalten sich entsprechend respektvoll.

10 beliebte Buddha-Zitate

Niemand rettet uns, außer wir selbst. Niemand kann und niemand darf das. Wir müssen selbst den Weg gehen.

Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.

Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich sein ist der Weg.

Alle Menschen sind eins. Was sie unterscheidet, ist der Name, den man ihnen gibt.

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne dass ihr Licht schwächer wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.

Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.

Wer seinen Wohlstand vermehren möchte, der sollte sich an den Bienen ein Beispiel nehmen. Sie sammeln den Honig, ohne die Blumen zu zerstören. Sie sind sogar nützlich für die Blumen. Sammle deinen Reichtum, ohne seine Quellen zu zerstören, dann wird er beständig zunehmen.

Gut zu reisen ist besser, als anzukommen.

Glaube nichts, weil ein Weiser es gesagt hat. Glaube nichts, weil alle es glauben. Glaube nichts, weil es geschrieben steht. Glaube nichts, weil es als heilig gilt. Glaube nichts, weil ein anderer es glaubt. Glaube nur das, was du selbst als wahr erkannt hast.

Jeder von uns ist allwissend. Wir müssen lediglich unser Bewusstsein öffnen, um unserer eigenen Weisheit zu lauschen. Das Herz kennt den Weg.


Hast du Lust bekommen, als Volontär in einer Tempelschule zu unterrichten und in das authentische Leben der Mönche einzutauchen? Dann bewirb dich jetzt für ein Stipendium! Wir vergeben drei Stipendien – eines davon für das Freiwilligenarbeitsprojekt in einer Tempelschule in Thailand.

Nähere Informationen zu unseren Freiwilligenarbeits-Programmen in Tempelschulen in Thailand, Laos oder Sri Lanka findest du auf unserer Website.

Möchtest du noch mehr Einblicke in die Tempelschulen bekommen? Dann lies dir unsere Reportage zum Leben & Lernen in einer Tempelschule unserer Kollegin Jenny durch.

Redaktion

Für das Team von TravelWorks heißt Reisen mehr als nur Tourist sein: Nicht auf der Oberfläche schwimmen, sondern ins Geschehen eintauchen. Wir sind selber mehrere Jahre im Ausland gereist und geben unsere Erfahrungen gerne aus erster Hand weiter. Daher versorgen wir euch hier mit spannenden Artikeln sowie hilfreichen Informationen zur Vor- und Nachbereitung eures Auslandsaufenthaltes und verhelfen euch so zu einem unvergesslichen Abenteuer.

1 Kommentar

  1. Kristina   •  

    Die Lebensweise der Buddhisten ist so interessant und bemerkenswert. Ich glaube so ein Praktikum verändert die Ansichten.
    Informativer Artikel!

    Liebe Grüße
    Kristina

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