Melbourne – Wo Sport eine Religion ist

Ob die Australian Open, der Melbourne Cup oder Formel 1 – Melbourne ist bekannt für zahlreiche berühmte Sportevents. Kein Wunder also, dass die Hauptstadt Victorias auch als Sporthauptstadt Australiens bezeichnet wird.

Ultimate Sport City

Dieses Jahr wurde Melbourne bereits zum vierten Mal zur Ultimate Sport City ernannt. Damit schmissen sie Berlin, London, New York und Sydney aus dem Rennen. Von den Unterkategorien gewann Melbourne außerdem die Auszeichnung der größten Sporthauptstadt, der besten Eventstadt und für die weltbesten Austragungsorte.

Der Ultimate Sport City Award ist das älteste Ranking der weltbesten Gastgeber im Sport. Melbourne gewann diese Auszeichnung bereits 2006, 2008 und 2010. Die diesjährige Auszeichnung ist daher keine Überraschung für die sportbegeisterten Aussis, sondern vielmehr eine erneute Bestätigung. Mitglied der Victorian Major Events Company, Eddie McGuire, fasst die Auszeichnung und deren Bedeutung sehr treffend zusammen: „It’s a badge of honour for our psyche and our businesses. We don’t need to talk ourselves up any more because we deliver and this award underlines that.“

ST_Melbourne2015--(201)Es ist also nicht verwunderlich, dass in den vergangenen zehn Jahren regelmäßig und mit großer Begeisterung zahlreiche große Sportveranstaltungen in Melbourne stattfanden, wie die Commonwealth Games, der Cricket World Cup, der asiatische Fußball Cup sowie diverse Schwimmwettkämpfe. Doch auch übers ganze Jahr verstreut gehören Sportevents zum Alltag der Metropole. Dazu gehören u.a. der Melbourne Cup, das Formel 1 Rennen und die Australian Open. Einige hierzulande weniger bekannte Spiele möchte ich Euch im Folgenden vorstellen:

Etepetete trifft auf Dreck und Pferdeäpfel

Bei den Pferdefans ist der erste Dienstag im November fett in rot im Kalender markiert. Was an diesem Tag so besonderes los ist? Na, der Melbourne Cup findet statt – „The race thats stops a nation!“. Auch die nicht ganz so pferdebegeisterten Einwohner von Victoria freuen sich jedes Jahr auf diesen Tag. Dann heißt es nämlich: schul- oder arbeitsfrei. Der Melbourne Cup ist für die Einwohner Victorias so wichtig, dass sie den Tag zum Feiertag ernannt haben. Schließlich ist es das höchstdotierte Rennen Ozeaniens.

ST_HotAirBallon_Melbourne_-(181)Der erste Dienstag im November bietet den Aussis die perfekte Gelegenheit, sich schön herausgeputzt in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ein angemessener Dresscode ist das A & O des Pferderennens. Mitgefiebert und angefeuert wird aber auch im schicken Kleidchen. Für Wettbegeisterte ist der Melbourne Cup übrigens das wichtigste Event im Jahr – egal, ob aus Spaß, wahrem Interesse an dem Pferderennen selber oder um eine Wette zu gewinnen. Ihr merkt schon, der Melbournian freut sich das ganze Jahr auf den Melbourne Cup.

SB_MelbourneMuseum_2012_-(21)Die Leidenschaft geht sogar so weit, dass sie das Pferd Phar Lap, das den ersten Melbourne Cup gewann, ausgestopft im Melbourne Museum ausgestellt haben. Falls Ihr Euch fragt, wo das Herz ist: Das findet Ihr im National Museum of Australia. Da das Pferd ursprünglich aus Neuseeland kommt, könnt Ihr Euch dort im Te Papa Museum in Wellington das Skelett angucken.
Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid und die mitreißende Stimmung in ganz Melbourne erleben wollt, guckt am besten jetzt schon mal nach einer günstigen Unterkunft. Zu dieser Zeit brummt die Stadt nämlich von Touristen, die sich das Pferderennen anschauen wollen. Die Unterkünfte und auch Mietwagen sind dementsprechend schnell ausgebucht.

Ähnlich sieht es auch bei einem der bekanntesten Tennisturniere der Welt, den Australian Open im Januar und beim Grand Prix Formel 1 Rennen aus.

Footy – kein Spitzname für Football

Begeistern kann sich der Einwohner Melbourns für viele Sportarten, doch sein Herz schlägt für den australischen Nationalsport Footy. Footy, auch Australian Football oder Aussi Rules genannt, hat entgegen seinem Namen sehr wenig mit Fußball, wie wir es kennen, zu tun. Es wird zwar mit einem Ball gespielt, allerdings ist dieser nicht rund und die Mannschaft muss nicht in das eine gegnerische Tor zielen, sondern hat drei zur Auswahl. Auch der Platz ist nicht rechteckig, sondern wie beim Cricket oval. Geschossen wird auch, allerdings dürfen ebenfalls die Hände benutzt werden – hier jedoch eher wie beim Volleyball, denn Werfen ist verboten.

Wenn man sich als Laie die Regeln anguckt, werden erst einmal ein paar Fragezeichen im Kopf aufleuchten. Einen Freistoß gibt es nur, wenn der Ball gefangen wird, nachdem er mehr als 15 Meter weit geschossen wurde. Und bei zwölf Metern? Ja, da eben nicht. Die Australier haben aber voll den Durchblick. Das Spiel ist also keineswegs langsam oder wird für Diskussionen unterbrochen, sondern ist im Gegenteil sehr schnelllebig und es fallen sehr viele Tore.

SB_Footie_-(14)Der Footy Spieler spielt nicht nur mit großer Leidenschaft, sondern auch mit vollem Körpereinsatz. Getacklet wird aber nur im Bereich zwischen den Schultern und den Knien. Da der Spieler lediglich mit einem Mundschutz sowie Hand- und Knieschützern ausgestattet ist, sind Verletzungen keine Seltenheit.

Ursprünglich wurde Footy für die Cricketspieler in der Winterpause erfunden. Daher ist die Saison auch im australischen Winter von März bis September. Heute sind Cricket und Footy zwei komplett unterschiedliche Sportarten, die selbstverständlich auch von verschiedenen Spielern ausgeführt werden.

Übrigens wurde die erste Footy Mannschaft in Melbourne gegründet. Wenig später entstand dann die Victoria Football Liga. Kein Wunder also, dass von den insgesamt 18 Vereinen zehn aus Melbourne und Umgebung kommen. Doch auch aus dem Rest Australiens strömen zumindest zum Grand Final, dem Endspiel der Saison, die Aussis in Scharen nach Melbourne. Da können es auch durchaus bis zu 90.000 Fans werden, die im großen MCG (Melbourne Cricket Ground) ihren Lieblingsverein anfeuern.

Cricket- Geduld ist oberstes Gebot

SB_Footie_-(12)Während des Sommers belagern die Footy Spieler und Fans das MCG natürlich nicht. Da ist schließlich auch die Zeit des Crickets. Cricket ist zwar bei uns in Deutschland nicht sehr verbreitet, wird aber durchaus auch in anderen Ländern als in Australien gespielt, hauptsächlich jedoch in den Commonwealth Ländern.

Für einen Außenstehenden mag das Spiel aussehen wie ein Baseballspiel. Das ist es jedoch definitiv nicht. Genau wie beim Footy sind auch die Regeln beim Cricket sehr kompliziert. Damit hier anzufangen, würde den Rahmen dieses Artikels definitiv sprengen, zumal ich bezweifle, alles richtig zu erklären. Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid und die Regeln doch ganz gerne verstehen würdet, schaut Euch einfach dieses Video an, das Euch so einfach wie möglich erklärt: „How to play Cricket“.

SB_Cricket_-(2)Solltet Ihr Euch ein Cricketspiel live anschauen wollen, bringt auf jeden Fall Zeit mit. Ein Inning (Spieldurchgang) hat nämlich keine zeitliche Begrenzung. Daher kann ein Cricketspiel auch schon mal bis zu fünf Tage lang gespielt werden. Aber keine Panik, mittlerweile werden die Spiele auf einen Tag begrenzt, zumindest bei internationalen Wettkämpfen.

Bei meiner Recherche stieß ich auf den Satz „Melbourne – where sport is a religion“ und finde, diese Aussage fasst es sehr treffend zusammen. Egal ob Ihr sportbegeistert seid oder einfach die unglaubliche Stimmung miterleben wollt – Euren nächsten Trip nach Melbourne solltet Ihr definitiv so planen, dass Ihr eines dieser Sportevents miterleben könnt. Oder verbringt doch gleich ein bisschen mehr Zeit in der schönen Sporthauptstadt und meldet Euch zum Footy Training an. Vielleicht schlummert ja ein bisher verborgenes Talent in Euch und Ihr werdet zum neuen australischen Sportstar.


Also macht schnell bei unserem „TravelWorks loves Melbourne“-Special mit und gewinnt eine Camper- oder Sprachreise nach Melbourne! 

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „TravelWorks loves Melbourne“.

Svenja Günther

Svenja ist Auszubildende bei TravelWorks. Zurzeit darf sie in die Marketing-Abteilung reinschnuppern. Das Reisefieber packte sie zum ersten Mal bei ihrem Austausch in den USA während der Schulzeit. Nach dem Abi reiste sie dann mit ihrem Rucksack durch Neuseeland, Thailand und Kambodscha. Jetzt versucht sie jedes lange Wochenende und jeden Urlaubstag dazu zu nutzen, mehr von dieser schönen Welt zu sehen und träumt davon wieder etwas länger mit dem Rucksack unterwegs zu sein. Diesmal vielleicht Lateinamerika, Australien oder doch noch ein bisschen Südostasien?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.