Roadkill, ansteckender Krebs, giftige Schlangen und Waldbrände

oh wie schön kann es morgens sein

Oh wie schön ist Tasmanien! 😉 Nein so schlimm wie es die Überschrift vermuten lässt, ist es ganz und gar nicht. Sogar wunderschön ist es hier!

MoPo genießt

Angefangen hat unser Sprung ins Abenteuer mit einem unglaublich kurzem und entspanntem Flug von Melbs nach Hobart, welcher so gar nicht in die Liga meiner Langstreckenflüge des vergangenen Jahres einzuordnen ist, aber dennoch einen faszinierenden Szeneriewechsel mit sich brachte.

Ein Auto hatten wir schon vorab bei Avis gebucht und konnten dieses dort direkt am Flughafen abholen. Easy. Allerdings kamen wir erst gegen 10 Uhr abends in Hobart an und so war es ganz gut, dass wir uns auch schon eine Unterkunft für die ersten zwei Nächte in Hobart klar gemacht hatten. Dort lohnt sich definitiv ein abendlicher Ausflug auf den Mount Wellington, welcher über Hobart ragt und eine tolle 360° Aussicht bietet, welche besonders schön bei Sonnenuntergang ist.

Nils genießt esNils hat sich einen neuen Job angelacht (mit einer Deadline) und musste erstmal eine Webseite bauen. Seine Nächte waren dementsprechend kurz und der grundlegende Anspruch an die Unterkünfte in Tasmanien war  vorerst INTERNET. So grundlegend ist das allerdings nicht^^. Die entlegenen und wunderschönen Campingplätzen am Strand und in der Wildnis konnten wir so allerdings nicht ansteuern, welche es hier zuhauf gibt und zudem noch umsonst sind. Doch dadurch, dass Nils durch diesen Job einen weiteren Teil unserer gemeinsamen Weltreise finanzieren kann, verschoben wir das naturbezogene Campen in der Wildnis etwas weiter in die Zukunft.

Tasmanische TeufelAm 5. Februar sollte unsere mehrtägige Trekkingtour, der Overland Track,  im beliebten Wandergebiet rund um den Cradle Mountain beginnen. So hatten wir noch drei Tage Zeit die Ostküste Tasmaniens zu erkunden. Durchstöbert man das Internet nach den Must-Do´s in Tassie so steht Port Arthur so ziemlich auf jeder Liste und rangiert auf diesen ziemlich weit oben. OK, das müssen wir also sehen und das liegt gar nicht so weit weg von Hobart. Auf dem Weg dorthin passierten wir den“ Tasmanian Devil Conservation Park“, in den ich unbedingt reingehen musste, um endlich meine erste Begegnung mit dem tasmanischen Teufel zu machen. Dort lebt noch eine kleine Teufelpopulation isoliert auf einer Halbinsel, sodass die anderen „kontaminierten“ Teufel vom Festland den bösen Schnauzenkrebs (DFTD = devil facial tumor disease) nicht übertragen können, woran diese innerhalb von 5 Monaten sterben können. Wir kamen passend zur Fütterung der doch relativ großen Biester und waren erstaunt wie schnell sie Fleisch, Haut, Haare und Knochen herunterwürgen.

Frogmouth

Aber auch lustige Vögel wie den Frogmouth, Galah und den little Corella durften wir bestaunen und sogar mal halten. Zudem gab es noch ein riesiges Gehege mit Wallabys und Kängurus, in das man einfach reingehen konnte und sich den Tieren nähern und sie sogar streicheln durfte. Tierisch gut! 🙂

erste Annäherungsversuche

Danach ging es in das historische Gefangenen- und Arbeitslager Port Arthur  und wir stimmen zu, es ist definitiv einen Ausflug wert. Im Eintritt inbegriffen ist eine kurze Einführung und eine kleine Boat-Cruise durch den Hafen. Unser Guide brachte uns die Geschichte dieses Ortes mit ihrer lockeren Art dennoch ergreifend nahe. Tasmanien selbst war quasi schon zu Kolonialzeiten so der schlimmste Ort, wohin man als Sträfling hinverschifft werden konnte und Port Arthur war da nochmal, trotz seines kurzen Bestehens, der Gipfel der Grausamkeit. Außerdem  nimmt man bei betreten des Geländes die Identität ehemaligen Insassen an und kann dessen Geschichte individuell verfolgen. So hatten wir mit Port Arthur auch ein bisschen Kulturprogramm, doch danach bitte mehr Natur!

chilliges KänguruJe mehr wir auf den Straßen Tasmaniens unterwegs sind, desto klarer wird uns, wir sind in Roadkill-Country. So viele platte Kängurus am Straßenrand hat noch keiner gesehen^^… aber das liegt wohl daran, dass hier noch ein Großteil des Landes (insbesondere der Westen) unberührt ist, wodurch den Tieren ein ungestörter Lebensraum geboten wird und natürlich auch viel mehr Kängus lebendig durch den Bush hüpfen 😉

Wineglass Bay Lookout

Da wir uns einen „National Park Pass“ geholt hatten, durften wir in jeden Nationalpark Tasmaniens ohne jedes Mal nochmal eine Gebühr zahlen zu müssen und da wir viel in Nationalparks unterwegs sein werden, war dies auch die günstigere Variante. Unsere erste Tagestour führte uns durch den Freycinet National Park. Dort liegt das traumhafte Wineglass Bay und viele weitere Traumstrände. Die erste halbe Stunde zum Lookout geht man zusammen mit vielen Asiaten, die dort ihr Foto schießen und zurück zum Car Park gehen. Geht man allerdings weiter zum Strand und nimmt die große Runde über den Hazards Beach geht man fernab jeglicher Massen.  😉 

Wineglass Bay

Overland Track here we comeNach ein paar weiteren Strandbesuchen an der Ostküste fuhren wir dann durchs Landesinnere in den Nordwesten, wo wir den Overland Track starteten. Am ersten Tag hieß es ein paar Höhenmeter machen, aber dafür nur 10 km insgesamt bis zur ersten Hütte. Eigentlich easy. Doch anscheinend nicht für jeden, denn Nils und ich nahmen Michael in unsere „Obhut“ auf, der von seiner fitten Freundin abgehängt wurde und offensichtlich ein Motivationsproblem hatte und alle zwei Minuten eine Pause machen wollte und dabei ist er ein angehender Fitnesstrainer. Wir glauben, er wird kein guter^^. Es war also Babysitten angesagt, aber das machten wir auch gerne, wir hatten ja auch Zeit und als Hiker nimmt man aufeinander Acht, doch das Genörgel über noch nicht vorhandene Blasen, den Diskomfort eines komplett falsch gepackten Backpacks, etc. machten es nicht leicht ihn zu motivieren 😀 Pussy! Wir gaben ihm Ratschläge seinen Rucksack richtig zu packen, die Blasen abzutapen und zwischendurch ein bisschen Energie zu sich zu nehmen, doch wie sich am nächsten Tag rausstellte hatte er das nicht ganz verstanden und lief genauso planlos durch die Gegend. Er war ja eigentlich ein ganz netter Kerl, doch einfach neben der Spur. 😀

Endlich TrekkingDie alpine Landschaft und unser Campingplatz neben der Hütte abends war dafür wunderschön. Nachts hörte man Wombats auf der Suche nach Essen um die Zelte streifen. Hallo Wildnis! Am zweiten Tag war es nur ein leichtes auf und ab dafür allerdings ganze 27 km, wonach uns ganz schön die Füße weh taten, doch gejammert wurde nicht, wir waren nur umso dankbarer als wir abends mit vollen Bäuchen im Zelt lagen und die Füße hochlegen konnten 🙂 Mein Reisegeschenk für Nils am Start unserer Reise- ein Kindle, kam auch eeeeeendlich zum Einsatz 😛 einmal angefangen legte er ihn kaum noch aus der Hand. Schon praktisch der Kleine.

bester morgendlicher Kaffee everToller Track und er ging noch weiter, total abwechslungsreich mit netten Rangers, Volunteers und anderen Wanderern, die uns spannendes erzählten und weitere tolle Reistipps gaben. Am vorletzten Abend fanden wir abseits der Massen, die in den Hütten übernachteten einen entlegen Campingplatz im Nirgendwo, allerdings mit ein paar aufdringlichen Mosquitos. Dennoch wunderschön, insbesondere als wir morgens in der Tau-getränkten Kulisse aufwachten. So kann man Frühstücken und seinen Kaffee genießen. Genau dort begann auch unser letzer Tag und der SCHLANGEN-TAG. Wir wussten ja, dass hier giftige Schlangen unterwegs sind, Spinnen und anderes Getier. Doch an diesem Tag wurden sie uns zuhauf vor Augen geführt. Wir sahen ganze 8 Schlangen, davon waren 6 die äußerst giftigen, aber zum Glück etwas zurückhaltenden Tiger Snakes. Die verziehen sich ziemlich zügig, wenn sie das Getrampel von Wanderschuhen hören. Dennoch sind sie wunderschöne Tiere, denen man allerdings nur auf Distanz begegnen mag.

Ganz nah und ganz unverhofft trafen wir auf zwei Schnabeligel (Echidnas). Das sind meine neuen Freunde 🙂 sie stecken einfach ihre spitze Schnauze in die Erde und gehen so auf den ganzen Tag durch die Gegend auf der Suche nach Termiten und Ameisen ohne auf die Umwelt und die trampelnden Wanderer zu achten. Großartig wie sie dabei wiegenund popo-wackelend und total gechillt den Wald durchforsten. Ein i-Tüpfelchen wäre natürlich noch eine Platypus-Sichtung gewesen, doch in den Genuss kamen wir NOCH nicht! 😛 Die ganze Zeit hatten wir super Wetter und keinen einzigen Schauer, dafür etwas Sonnenbrand auf der linken Körperhälfte. Wir sind einfach Glückspilze.

https://www.travelworks.de/blog/wp-content/uploads/2014/02/image8.jpgNun sind wir wieder in der Zivilisation angekommen, geduscht und Nils baut wieder an einer Website. Nun, wo wir sicher im Hotel sitzen, hat es auch angefangen zu regnen, doch der kann uns drinnen gar nix.  Zur Belohnung für unseren tollen Track und unsere geplagten Füße gönnten wir uns beide abends ein Steak und ein wenig Bier in Queenstown, welches maßgeblich durch den in 1900 beginnenden Berg- und Tagebau geprägt wurde. Untergekommen sind wir hier im alten „Empire Hotel“ eben aus dieser Zeit, welches super viel Charme und nettes Personal sowie ein gratis Frühstück vorzuweisen hat (Mein Tipp zum Dinner: der „Beef-Tower“ :D).

Nun reisen wir wieder südwärts und wollen noch ein paar Eintages-Touren machen und vor allem die sagenumwobene Südküste besuchen ehe wir am 15. Februar nach Sydney fliegen.

Overland Track Day 2

Der Duft der Freiheit ist großartig und wir genießen Tassie in vollen Zügen mit allem was es zu bieten hat und das sind nicht nur platte Kängurus, giftige Schlangen und Waldbrände. Lecker Essen, lecker Wein, lecker Bier, Sonne, Natur und Wildlife. Ziemlich sweet, oder?! 😛

Zwar habe ich mich auf eine Ameise gesetzt, die mich daraufhin empört gezwickt hat und habe seitdem einen leicht gereizten Popo, doch damit kann ich leben^^ besonders hier! 🙂

Simone in Tasmanien

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Hobart, Tasmanien: -42.881903, 147.323815
Cradle Mountain, Tasmanien: -41.670000, 145.950000
Port Arthur und Tasmanian Devil Conservation Park: -43.060653, 147.864630
Freycinet National Park, Tasmanien: -42.124455, 148.297448
Queenstown, Tasmanien: -42.080026, 145.556354
Huonville. Tasmanien: -43.031214, 147.048183

Simone Endres

Simone wohnt in Köln und studiert dort Biologie. Ihre Hobbys sind Sport (Laufen), Freunde treffen, Lachen, Wandern, ab und an Tanzen, Lesen, tatsächlich auch die Biologie zu studieren und natürlich das Reisen! Sie träumt davon, jede Ecke unserer schönen und spannenden Erde zu erkunden und dafür räumt sie gerne ein Urlaubssemester ein! Ihr Traum wurde wahr, denn wir haben sie 2013/2014 auf eine Weltreise geschickt!

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