Victoria – The Place To Be in Australien

Für australische Verhältnisse ist Victoria recht winzig. Nur Tasmanien und das ACT mitsamt der Hauptstadt Canberra spielen in einer noch kleineren Liga. Das klein jedoch oft mit einem “oho” einhergeht, demonstriert der Südosten des Landes rund um Melbourne eindrucksvoll. Von der trendigen Metropole an feinste Sandstrände hinein in tiefste Wälder über steile Gebirge bis ins triste Hinterland – hier wird jeder Reisetyp ganz nach seinem Urlaubsgeschmack fündig.

Für Stadtmenschen

Melbourne mag nicht die Hauptstadt Australiens sein (obwohl sie dies kurzzeitig einst war), doch sie trägt reichlich andere Titel: So wurde sie von der britischen Zeitung “The Economist” das vierte Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt. Sie gilt als Kultur- und Sporthochburg des Landes und ist der multikulturelle Schmelztiegel der Nation, was sich vor allem in der vielfältigen kulinarischen Szene zeigt. Wer die 3,9 Mio. Einwohner Metropole am Yarra River besucht, stellt schnell fest, dass sie all diese Auszeichnungen völlig zu Recht trägt.

Die zweitgrößte Stadt des Kontinents ist nicht ganz so geschniegelt wie Sydney, versprüht aber deutlich mehr internationales Flair als Brisbane oder Adelaide. Sie scheut sich nicht, mit Graffiti im öffentlichen Stadtbild zu werben, während sie andernorts als Schandfleck gelten. Sie rühmt sich des besten Kaffees im Land und ist Stammsitz der beliebtesten einheimischen Sportart, dem Aussie Football. Melbourne zelebriert Tradition und Moderne: Gläserne Skyline trifft auf viktorianische Gebäude, teure Autos auf historische Straßenbahnen.

Und schließlich bietet Melbourne auch über die Stadtgrenzen hinaus reichlich Abwechslung. Von hier aus gelangt der Reisende in durchschnittlich gerade einmal vier Stunden in sämtliche Ecken des Bundesstaates – Kurzstrecke für australische Verhältnisse.

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Für Strandgänger

Australien verfügt über mehr als 30.000 km Küstenlinie – auch in Victoria kommen Sonnenanbeter, Wasserratten und Wellenreiter voll auf ihre Kosten. So tummeln sich an den Stränden Melbournes Einwohner und Urlauber gleichermaßen vor der Kulisse der City-Skyline. Ein tolles Fotomotiv sind sie darüber hinaus, seien es das Pier und die schicken Strandvillen in St. Kilda oder die kunterbunt bemalten Strandhütten am Brighton Beach.

Am südlichsten Zipfel des Kontinents liegt der Wilsons Promontory National Park, von den Aussies schlichtweg „The Prom“ genannt. Der beliebte Campingspot ist unter Touristen bisher weitestgehend unbekannt. Umso leerer sind daher die Strände. Wer die Küste entlang weiter Richtung New South Wales fährt, passiert die Gippsland Lakes, die größte Seenplatte der südlichen Hemisphäre. Rund um Lakes Entrance kann man nicht nur Delphinen beim Planschen zuschauen oder typisch australisch die Angel auswerfen, sondern sich am Ninety Mile Beach selbst in die Wellen stürzen.

Die wohl berühmtesten Strände Victorias liegen allerdings auf der anderen Seite. Eine Fahrt auf der legendären Great Ocean Road gehört ohne Zweifel zu den Highlights. Für viele ist sie eine der schönsten, wenn nicht sogar die schönste Panoramastrecke Australiens. Der kurvenreichen Straße zu Füßen liegen ebenso malerische Strände, z.B. in Apollo Bay. Doch die See hier unten ist rauer und stürmischer. Nicht umsonst trägt der Küstenabschnitt rund um die Twelve Apostles den Titel „Shipwreck Coast“. Das wiederum freut die Surfer. In Torquay, der Surfhauptstadt Australiens, findet alljährlich am Bells Beach der Rip Curl Pro, der älteste und bekannteste Profi-Surf Contest, statt.

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Für Gipfelstürmer

Australien ist zwar der flachste Kontinent, doch die Höhenzuge der Great Dividing Range bringen so manches eindrucksvolles Bergpanorama vor die Kameralinse. In Victoria ragt vor allem der Grampians National Park heraus. Steile Gebirgsketten treffen auf rauschende Wasserfälle und dichte Eukalyptuswälder sowie eine artenreiche Tierwelt. Outdoor-Herzen schlagen rund um den Ort Halls Gap beim Trekking, Klettern oder Mountainbiking höher.

Wem das Mittelgebirge nicht hoch genug ist, erklimmt die Victorian Alps. Die Gipfel des High Country ragen bis zu 2000 m empor und sind im Winter meterhoch mit Schnee bedeckt. Dann düsen Ski- und Snowboardfahrer die Pisten am Mt. Buller oder Mt. Hotham hinunter. Bei einer Fahrt entlang der Great Alpine Road zwischen Juni und August sind Schneeketten also von großem Nutzen. Im Sommer locken Trekking- und Reitpfade die Besucher an.

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Für Tierfreunde

Während die Koalas in anderen Bundesstaaten bedroht sind, freut sich Victoria über einen konstanten Bestand der süßen Langschläfer. Gerade entlang der Great Ocean Road heißt es, Augen offen halten und in die Kronen der Eukalyptusbäume spähen. Wer richtig Glück hat, erlebt sogar einen Koala „in Action“ – irgendwann müssen sie ja schließlich einmal essen.

Die Kängurus sind dahingehend deutlich präsentierfreudiger. Gerade im Hinterland sieht man sie regelmäßig über Felder und Wiesen springen. In Halls Gap in den Grampians oder auch am Hanging Rock bei Macedon kann man sicher sein, eine ganze Känguru-Schar zu Gesicht zu bekommen, die sich völlig tiefenentspannt fotografieren lässt.

Ein ganz anderes tierisches Highlight haust auf Phillip Island. Hier watscheln jeden Abend aufs Neue emsige Zwergpinguine aus dem Meer hinaus zu ihren Nestern am Strand – ein wahrlich langatmiges, aber sehenswertes Schauspiel. Bevor es auf die Heimfahrt geht, sollte man also unbedingt unters Auto schauen und sicherstellen, dass ein Pinguin sich nicht im Hauseingang geirrt hat.

Haie gibt es an den Küsten Victorias übrigens eher selten, Spinnen und Schlangen dafür in üblicher Anzahl.

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Für Geschichtenerzähler

Auf den Spuren längst vergangener Zeiten kann der Besucher auf den Goldfields des Bundesstaates wandeln. Mitte des 19. Jahrhunderts löste ein Fund bei Ballarat einen riesigen Goldrausch aus. Daraufhin strömten zahlreiche Glücksritter aus aller Welt Richtung Melbourne. Der Rausch mag vorbei sein, doch noch heute stößt man gelegentlich auf ein kiloschweres Nugget in einem ausgetrockneten Flusslauf. Wer sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, schürft in den ehemaligen Goldsucherzentren Ballarat oder Bendigo nach dem Edelmetall.

Neben renommierten Museen, wie dem Melbourne Museum oder Immigration Museum, bieten auch unauffälligere Highlights einen Einblick in die Geschichte des Kontinents. So steht in den Fitzroy Gardens in Melbourne das Cook’s Cottage, welches zu Andenken an den Ostküsten-Entdecker Captain James Cook extra aus seiner englischen Heimat nach Australien verschifft wurde. Fans von Robin Hood-Geschichten finden in Ned Kelly das australische Pendant. Der Buschräuber trieb in der 2. Hälfte des 19. Jhd. rund um Glenrowan und Beechworth sein Unwesen und wurde dafür schließlich 1880 zum Tode verurteilt. Seine letzten Worte – Such is life!

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Für Lonely Rider

Victoria ist auf Grund der kompakten Größe und des angenehmen Klimas recht dicht besiedelt. Allerdings bedarf es keiner langen Fahrt und der Urlauber sucht seinesgleichen. Auf den Highways Richtung Norden lässt man mit dem Handyempfang auch das Spektakel in den Tourismushochburgen an der Küste zurück und gesellt sich unter die Country Aussies.

Zwar bietet das Hinterland, der Bush von Victoria, nicht so viel wunderbare Ödnis wie das Outback, ist aber öde genug, um weitestgehend allein mit sich und der Welt zu sein. Endlose Getreidefelder werden abgelöst von riesigen Salzseen und wüstenähnlichen Landschaften, nur unterbrochen vom Murray River, dem längsten Fluss Australiens. Hier im Norden verliert sich der Besucher nicht in Straßenfluchten sondern im Anblick der Milchstraße in einer pechschwarzen Nacht.

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Dieser Artikel ist Teil der Reihe „TravelWorks loves Melbourne“.

Steffi Stadon

Steffi ist als Redakteurin bei TravelWorks unterwegs. Als Backpacker in Australien hat sie in doppelter Hinsicht Feuer gefangen - nicht nur für die Landschaft sondern auch für einen Aussie. Gemeinsam pendeln sie zwischen Europa und Ozeanien hin und her. Der Rest der Welt kommt aber nicht zu kurz für Entdeckungen. Über den großen Teich soll es als nächstes gehen.

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