Lisanns unvorhergesehenes Backpacking Abenteuer

Als Lisann im Januar 2018 in ihr Working Holiday Abenteuer startete, wusste sie selbst noch nicht was sie erwarten würde. Ihre wichtigste Lektion, die sie aus ihrer Erfahrung gelernt hat: Sei offen für neues und gehe mit einem Lächeln in jede neue Herausforderung. Lest selbst, wie Lisanns Zeit in Australien wie im Flug verging.

Es geht los!

1. In welcher Region/welchen Orten warst du? Was hast du gesehen und erlebt?

Eins kann ich sagen, nämlich dass ich wahnsinnig viel in Australien gesehen und erlebt habe und es den Rahmen sprengen würde, wenn ich vermehrt ins Detail gehe. Um alles etwas zusammenzufassen: Meine Reise hat in New South Wales, um genau zu sein in Sydney, begonnen. Nach 5 Tagen im Hostel mitten in der Stadt ging es für 5 Tage in ein Surfcamp und im Anschluss daran für 6 Wochen zum Arbeiten auf eine Farm in Wilton, etwas außerhalb von Sydney.

Ich hatte bereits an meinem ersten Tag in „Down Under“ Nicole kennengelernt und schlussendlich waren wir von diesem ersten Tag an Reisegefährtinnen und bis zum gemeinsamen Rückflug nach Deutschland 24/7 zusammen. Nach der Zeit auf der Farm haben wir uns dann in ein Abenteuer gestürzt – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Aus einem Frühstück im Hostel wurde nämlich ganz spontan ein Auto.

Wie das Leben so spielt

Wir sind nach etwa 2 Stunden aus dem Café herausspaziert, haben unsere Backpacks aus dem Hostel geholt und sind soeben mit dem Bus zum Autoverleih gefahren. Ja und so saßen wir also bereits am Nachmittag ohne Pläne in unserem Miet-Van und konnten selbst nicht fassen, was für eine unerwartete Wendung der Tag genommen hatte.

Die darauffolgenden 4 Wochen waren wir also mit unserem Auto unterwegs und haben die Ostküste von Sydney bis Cairns (inklusive Fraser Island, den Whitsunday Islands und dem Great Barrier Reef) erkundet und ich habe definitiv den Camper-Lifestyle kennen und lieben gelernt! In Cairns angekommen haben wir uns dann, leider erfolglos, auf Jobsuche begeben und uns kurzerhand dafür entschieden, einen Flug zurück nach Sydney zu buchen und dort ein tolles Jobangebot etwas außerhalb auf einer Pferdefarm anzunehmen. Also waren wir den nächsten Monat tatkräftig am Arbeiten, bevor es für uns erneut auf die Straße ging. Dieses Mal ein anderes Auto, ein anderer Verleih und natürlich auch eine andere Route – nämlich sollte uns diese Reise ins Outback führen.

Und somit waren wir wieder einmal für etwa 4 Wochen unterwegs und haben weitere Teile Australiens auf eigene Faust erkundet. Nach diesem weiteren Roadtrip neigte sich unsere Zeit in „Down Under“ allmählich dem Ende zu und wir haben uns dafür entschieden, unsere letzten 4 Wochen zu splitten und 2 Wochen davon zurück auf die Pferdefarm zu gehen und 2 Wochen auf die Hühnerfarm.

Die Zeit vergeht wie im Flug

Es werden natürlich zahlreiche tolle Erinnerungen in meinem Gedächtnis, festgehalten in Bildern und Erzählungen, weiterleben. Wie bereits gesagt, das ist eine enorme Kurzfassung der vergangenen Monate und beschreibt ganz gut „den Rahmen“ des Abenteuers. Während dieser Zeit habe ich so verdammt viel gesehen und erlebt – das ist der Wahnsinn! Um also nochmal konkret auf den einen Teil der gestellten Frage zurückzukommen: ich war in New South Wales, Queensland, Victoria, South Australia und dem Northern Territory.

Dementsprechend habe ich, gerade da wir alle Teile mit dem Auto erkundet haben, wahnsinnig viel gesehen und Außenstehende können sich vermutlich nur im Ansatz vorstellen, was ich alles in diesem halben Jahr erlebt habe. Man müsste einfach dabei gewesen sein oder solch ein Abenteuer selbst erlebt haben beziehungsweise erleben.

2. Welche Jobs hast du gemacht? Welche Art von Arbeiten hast du dabei ausgeführt? Wie sah dein durchschnittlicher Arbeitsalltag aus?

Bei meinem Job auf der Hühnerfarm stand täglich das sogenannte „Packing“ an. Hier wurden die Eier von einer Maschine sortiert und in Eierkartons beziehungsweise Egg Trays sortiert. Unsere Aufgabe war es dann, diese in Kartons zu verstauen und auf Paletten zu sortieren. Diese wurden dann für die Ausliefer-Tage auf den Truck geladen wurden. Zudem mussten die Eierkartons von uns mit dem Haltbarkeitsdatum gestempelt und in die Maschine eingelegt werden. Während des Packings gab es auch noch die Aufgabe, beschädigte Eier auszusortieren und verschmutzte Eier zu putzen. Ausgeliefert wurden die Eier dann an drei Tagen in der Woche. Dabei waren wir immer zu dritt auf dem Truck und sind an den unterschiedlichen Tagen verschiedene Strecken zu diversen Kunden gefahren und haben dort die Eier verkauft.

Als wir das erste Mal auf der Farm gewesen sind, gab es auch noch einen vierten Ausliefertag, an dem immer zwei von uns mit dem zur Verfügung gestellten Auto zu einem der Kunden gefahren sind und ihm seine Bestellung geliefert haben. Außerdem gehörte zu unseren Aufgaben das Herauslassen der Hühner am Vormittag und das abendliche Hereinholen.

Zudem fielen regelmäßige Putzarbeiten im Packing-Shed an und auch durch die Hühnerställe mussten wir regelmäßig gehen und tote Hühner herausnehmen und die nicht in die Brutkästen gelegten Eier aufsammeln.

Das Glück dieser Erde…

Auf der Pferdefarm wurde 6 Tage die Woche jeweils von 7-12 Uhr und 15-18 Uhr gearbeitet. Der Tag hat mit dem Füttern der Pferde begonnen und im Anschluss daran mussten die zahlreichen Pferdepaddocks abgeäppelt sowie die Wassereimer teilweise gesäubert und aufgefüllt werden. Natürlich gehörte es auch zu den Aufgaben der Grooms, für allgemeine Ordnung auf dem Hof zu sorgen und dort mit anzupacken, wo gerade Hilfe benötigt wurde. Somit mussten wir also beispielsweise wenn der Tier- oder Zahnarzt für die Pferde kam, mit Hand anlegen oder auch bei Hufschmiedbesuchen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Genauso gehörte es mit dazu, bei einer neuen Heulieferung mit dem Abladen und Wegsortieren der Ballen zu helfen. Teilweise fanden bereits am Vormittag Reitstunden statt, für die die Pferde von uns Grooms vorbereitet werden mussten. Hauptsächlich jedoch bestand der Nachmittag aus dieser Aufgabe. Die Pferde mussten von uns nicht nur für die Reitstunden vorbereitet werden, sondern sie auch für „ihren Feierabend“ wieder fertig zu machen und wegzubringen. Dabei haben wir manchmal Unterstützung der Reitschüler bekommen, welche teilweise gerade einmal 4 Jahre alt gewesen sind.

Mittags waren wir dafür verantwortlich den Pferden ihr Futter zu geben. Auch abends war dies unsere Aufgabe, nachdem wir alle Pferde vom Gemeinschaftspaddock wieder in ihre eigenen gebracht hatten. Bei unserem zweiten Aufenthalt auf der Farm waren wir schließlich auch noch Teil der Pony-Day-Camps des Hofes und haben bei der Organisation und Umsetzung der Tagescamps mitgeholfen. „Leerlauf“ war auf dem Hof jedenfalls ein Fremdwort und es gab immer eine Aufgabe, die es zu erledigen galt.

3. Wie hat dir dein Aufenthalt gefallen?

Mein Aufenthalt in Australien war großartig! Ich wage es sogar zu behaupten, dass es die bisher beste Zeit meines Lebens gewesen ist!

4. Beschreibe in 1-2 Sätzen dein schönstes Auslandserlebnis!

Tatsächlich möchte und kann ich da kein konkretes Erlebnis nennen. Es gab so viele verschiedene und tolle Erlebnisse, die einfach nicht vergleichbar und alle auf ihre eigene Art besonders sind.

Für euch Interessierte da draußen…

5. Welche Tipps oder Anregungen würdest du zukünftigen Teilnehmern geben?

Gebt den Dingen Zeit und habt Vertrauen in euch und das, was noch vor euch liegt. Seid mutig und springt vielleicht hier und da auch mal über euren eigenen Schatten und seht, wie unberechtigt einige eurer Ängste sind. Genießt das neu gewonnene Selbstvertrauen und all das, was damit einhergeht. Genießt (natürlich auch abgesehen von solch einem Auslandsabenteuer) jeden einzelnen Tag und schafft Erinnerungen, die euch ein Leben lang begleiten werden und lächeln, vielleicht hier und da aber auch vor Belustigung den Kopf schütteln und schmunzeln lassen.

Und zu guter Letzt: macht immer das beste aus eurer Situation und habt dabei ein Lächeln auf den Lippen. Ich bin tatsächlich ohne jegliche Pläne nach Australien gereist. Das einzig sichere waren meine ersten 5 Nächte im Hostel. Ich habe mich wahnsinnig auf dieses Abenteuer gefreut, auch wenn ich nicht im Ansatz wusste, was mich die nächsten Monate erwarten wird. Direkt nach meiner Ankunft im Hostel war ich ziemlich aufgelöst, wollte am liebsten direkt wieder zurück nach Deutschland. Ich habe mich gefragt, was ich denn hier für eine Schnapsidee gestartet habe, nämlich ohne jegliche Pläne „einfach mal so“ ans andere Ende der Welt zu reisen. Dieser Gefühlszustand hielt zwar noch ein paar Tage an, hat sich dann aber auch gelegt. Vor allem als ich angefangen habe, aktiv die kommende Zeit zu gestalten.

…haltet die Augen offen für neue Abenteuer

Die Abenteuer werden nicht von alleine zu euch kommen. Ihr seid verantwortlich dafür, wie euer Auslandsaufenthalt verläuft und ihr habt den Verlauf zu jedem Zeitpunkt selbst in der Hand.

Und um noch etwas zu teilen, was mir hier und da geholfen hat, ruhig zu bleiben und dem ganzen Prozess zu vertrauen: Mantras. Eines davon war zum Beispiel „no worries“. Diese zwei Worte sind mir in meiner Zeit im Surfcamp so oft begegnet und im Laufe der Zeit hat sich dieser Ausdruck einfach nur bewahrheitet. Ihr braucht nämlich zu keinem Zeitpunkt wahrhaftige „worries“ haben. Oder um noch ein weiteres zu nennen: „trust is the secret to adventure“. Und Leute, ich sag´s euch, es ist wahr!

Ich könnte hier jetzt noch mehr dazu schreiben, aber dies sollten einfach erstmal nur ein paar Beispiele und eine Anregung sein. Findet einen Weg für euch, mit den etwas schwierigeren Situationen oder Phasen umzugehen. Denn diese werden kommen, egal ob ihr nun daheim seid oder im Ausland. Das ist die wohlbesagte Achterbahnfahrt des Lebens. Und ihr könnt entscheiden, ob es eine im Ganzen betrachtet geile Achterbahnfahrt wird oder nicht ;).


Lisanns Schilderungen und Erlebnisse haben euer Interesse geweckt? Ihr wollt mehr zu unseren verschiedenen Starterpaketen für ein Working Holiday in Australien erfahren? Dann informiert euch noch heute auf unserer Website.

Redaktion

Für das Team von TravelWorks heißt Reisen mehr als nur Tourist sein: Nicht auf der Oberfläche schwimmen, sondern ins Geschehen eintauchen. Wir sind selber mehrere Jahre im Ausland gereist und geben unsere Erfahrungen gerne aus erster Hand weiter. Daher versorgen wir euch hier mit spannenden Artikeln sowie hilfreichen Informationen zur Vor- und Nachbereitung eures Auslandsaufenthaltes und verhelfen euch so zu einem unvergesslichen Abenteuer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.