High School USA – Zu Gast bei Freunden

High School Aufenthalt in den USA – Unsere Partnerorganisation CIEE zu Gast bei TravelWorks

Ein Schüleraustausch ist mehr als das bloße Besuchen einer Schule bzw. High School im Ausland: Es geht darum, seinen eigenen Horizont zu erweitern, indem man Teil einer Gastfamilie und einer neuen Schul- und Klassengemeinschaft wird, die Kultur eines anderen Landes kennenlernt und neue Freundschaften mit Gleichaltrigen aus allen Teilen der Welt schließt.

Vor einigen Tagen waren Steph und Alex von CIEE – einer unserer wichtigsten Partnerorganisationen für das High School USA Programm – zu Besuch im Münsteraner TravelWorks-Büro. Wir haben die Chance ergriffen und ihnen ein paar Fragen gestellt.

 


Trump lässt Interessenten zögern

Seit der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im November letzten Jahres hat sich in vielen Köpfen das Bild der Vereinigten Staaten gewandelt. Geplante Mauer an der Grenze zu Mexiko, teilweiser Einreisestopp für Menschen aus muslimischen Ländern und vielerorts Massenproteste gegen den neuen Präsidenten – dem Traumziel vieler Jugendlicher stehen manche Eltern plötzlich zögerlicher gegenüber, da einfach noch nicht abzusehen ist, was Trumps Präsidentschaft für die USA und die ganze Welt bedeutet und wie sich die Politik in den nächsten Monaten entwickeln wird. Wir wollen deshalb von Steph und Alex wissen, ob Schüler und Eltern in Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen tatsächlich nervös sein müssen. „Wir glauben nicht, dass die aktuelle Einwanderungspolitik deutsche Staatsbürger in irgendeiner Weise beeinträchtigen wird“, sagt Steph. „Wir sehen außerdem bisher keinen Rückgang an Familien, die bereit sind, als Gastfamilien zu fungieren. Die Bereitschaft ausländische Schüler aufzunehmen ist weiterhin sehr groß – das ist definitiv positiv zu bewerten.“


Gastfamilien durchlaufen einen aufwändigen Bewerbungsprozess

Das Thema Gastfamilien ist ein Stichwort, das wir direkt aufgreifen wollen. Das Wohl des eigenen Kindes für mehrere Monate in die Hände einer fremden Familie zu legen, ist ein großer Schritt. Da ist es verständlich, dass nicht nur die Austauschschüler auf ihre Gastfamilien gespannt sind, sondern auch die Eltern wissen wollen, bei wem ihr Kind wohnen wird.

Nach welchen Kriterien wählt CIEE die Gastfamilien aus und wie läuft der Auswahlprozess ab?

Steph: „Familien, die gerne Austauschschüler aufnehmen möchten, müssen eine sechsseitige Bewerbung ausfüllen. Anschließend bekommen sie Besuch von CIEE und werden zuhause interviewt. Das wichtigste Kriterium, um die Sicherheit des Austauschschülers zu gewährleisten, ist für uns jedoch die Überprüfung der polizeilichen Führungszeugnisse und dreier Referenzen. Nachdem die Familie einen Schüler aufgenommen hat, wird sie dann nach einigen Wochen nochmals besucht, um sicherzustellen, dass die Umstände immer noch unseren Maßstäben entsprechen.“

Der Bewerbungsprozess ist also sehr aufwändig. Man merkt schnell, welchen Familien dieser Prozess wirklich wichtig ist. Wenn Familien nicht bereit sind, die notwendigen Informationen bereitzustellen – dazu gehören z.B. auch Auskünfte über soziale Kontakte oder das Jahreseinkommen – oder die Bewerbungsunterlagen nicht vollständig ausfüllen, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie nicht als Gastfamilien für CIEE in Frage kommen.


„Wir platzieren unsere Austauschschüler in unterschiedlichsten Familienkonstellationen und -größen“

Steph berichtet aus eigener Erfahrung: „Meine Familie war selbst auch schon Gastfamilie für CIEE und ich kann bestätigen, dass es wirklich ein sehr langwieriger Prozess ist.“ Austauschschüler und deren Eltern können sich also sicher sein, dass ihrer Gastfamilie das Austauschprogramm am Herzen liegt und dass sie ihre Aufgaben und Sorgfaltspflichten ernst nimmt – egal, in welcher Familienkonstellation man landet. „Wir platzieren unsere Austauschschüler in unterschiedlichsten Familienkonstellationen und -größen“, betonen Steph und Alex. Die typische Gastfamilie gibt es nämlich nicht – Familien im Ausland sind so verschieden wie bei uns auch. Die Gasteltern können alleinstehend oder verheiratet sein, haben vielleicht mehrere Kinder unterschiedlichen Alters oder gar keine.

Allen ist eines gemeinsam: Sie möchten ihre Kultur mit dem neuen Familienmitglied teilen und gleichzeitig etwas über eine andere Lebensweise erfahren. Es handelt sich dabei um Familien, die sich ganz bewusst dafür entscheiden, einen ausländischen Schüler aufzunehmen, weil sie sich auf die interkulturelle Erfahrung freuen. Viele Familien sind schon mehrere Jahre Teil des Austauschprogramms und haben bereits diverse Gastschüler aus aller Welt in ihrem Heim aufgenommen.


Kommunikation ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Aufenthalt

So unterschiedlich die Gastfamilien sein können, so verschieden sind auch die Persönlichkeiten der Familienmitglieder und der Schüler. Da ist es nicht verwunderlich, dass es hin und wieder zu Reibungen kommen kann. Wir wollen wissen, was erfahrungsgemäß zu Problemen zwischen Austauschschüler und Gastfamilie führen kann und wie die Situation gelöst wird.

„Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele Probleme ganz einfach aufgrund von mangelnder Kommunikation entstehen“, erklärt Steph. „Manchmal reist ein Schüler mit einer gewissen Erwartungshaltung an, die vielleicht anfangs von der Gastfamilie nicht erfüllt werden kann.“ Lösen sich die Probleme innerhalb von einigen Wochen oder Monaten nicht selbst, wird in den meisten Fällen ein „Family Meeting“ einberufen. Dabei setzen sich die Familie, der Gastschüler und der Local Coordinator von CIEE zusammen und suchen gemeinsam nach einer Lösung. „In den meisten Fällen ist das Verhältnis zwischen Gastfamilie und Schüler danach fantastisch“, versichern uns unsere beiden Besucher. Und wenn doch einmal ein Gastfamilienwechsel notwendig ist, wird alles daran gesetzt, den Schüler in der gleichen Community und im Idealfall auch an der gleichen Schule zu lassen, um ihn nicht aus dem Freundeskreis zu reißen, den er oder sie sich bis dahin bereits aufgebaut hat.


Der Kerngedanke ist interkultureller Austausch

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass viele Gastschüler überrascht sind, wie herzlich sie willkommen geheißen werden und wie schnell sie zu einem festen Bestandteil ihrer Gastfamilie werden. Viele High School Returnees stehen noch Jahre oder Jahrzehnte später in Kontakt mit ihrer ehemaligen Gastfamilie. Das ist eine tolle Sache. Schließlich ist genau das der Kern des Schüleraustauschprogramms: „Völkerverständigung aller politischen Vorbehalte zum Trotz ist der Grundgedanke von Schüleraustausch, betont TravelWorks-Geschäftsführerin Tanja Brandt, „insofern ist Trump ein wahres Plädoyer für den Schüleraustausch.“

In Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in den USA sind CIEE und wir uns einig, dass die Mission interkultureller Austausch noch nie so wichtig war wie jetzt.

 


Schulwahl, Vorbereitungsseminare, Platzierung in einer Gastfamilie, nötige Versicherungen, Ausreise und Orientierung nach Ankunft, Ansprechpartner vor Ort und zuhause – bei der Wahl der richtigen Organisation gibt es viel zu bedenken. Um dich dabei zu unterstützen, haben wir eine Checkliste zum Vergleich von Schüleraustauschorganisationen vorbereitet. Diese findest du HIER.

Alle Möglichkeiten für einen Schüleraustausch in den USA mit TravelWorks findest du auf www.travelworks.de/schueleraustausch-usa

Lisa Scholz

Lisa ist Teil des Marketing-Teams bei TravelWorks. Obwohl sie davon überzeugt ist, dass sie in Neuseeland bereits den schönsten Platz auf Erden gefunden hat, gibt es noch viel zu viele Orte, die erkundet werden wollen. Wohin es als nächstes geht, ist noch offen. Dank der täglichen Arbeit mit Texten und Bildern aus allen Ecken und Enden der Welt mangelt es zumindest nicht an Inspiration.

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