Vietnamesischer Kochkurs im Kräutergarten von Tra Que bei Hoi An

Dekoration für unsere Gerichte

Wie kann man die kulinarischen Spezialitäten von Zentral-Vietnam besser entdecken, als wenn man sie selber kocht? Genau das haben Theresa, Dea und ich uns gefragt, als die beiden Freundinnen aus München mich an einem Wochenende während meiner Freiweilligenarbeit in Da Nang besuchten. Wir machten einen gemeinsamen Ausflug nach Hoi An, das nur 35 Kilometer von Da Nang entfernt liegt, und genossen dort ein wunderbares Wochenende mit vielen Köstlichkeiten.

Wie die Vietnamesen: Mit Helm und Mundschutz

Wie die Vietnamesen: Mit Helm und Mundschutz

Unser Plan war es eigentlich, einen Kochkurs im Vornherein zu buchen und dann im Zentrum Hoi Ans in irgendeinem Restaurant mit einer großen Gruppe vietnamesische Gerichte zu erlernen. Doch durch unsere Schludrigkeit wurde das nichts, wir haben es einfach am Tag zuvor vergessen. Also sind wir am Sonntag, dem letzten Tag unseres Wochenend-Trips mit dem Motorroller über die Straßen von Hoi Ans Vororte gecruist, um uns ein bisschen die Gegend anzuschauen.

Tra Que Vegetable Village

Die Kräutergärten von Tra Que bei Hoi An

Die Kräutergärten von Tra Que bei Hoi An

Den Blumen gefällt das heiße Wetter!

Den Blumen gefällt das heiße Wetter!

Einen Stopp wollten wir auf jeden Fall im Gemüsegarten von Tra Que machen, der auf einer kleinen Insel zwischen zwei Flussarmen des De Vong liegt. Hier werden neben vielen Gemüsesorten auch die typischen, südostasiatischen Kräuter wie Koriander, Zitronengras, Minze und Thai-Basilikum angebaut, die man in so gut wie jedem Gericht vorfindet. Direkt neben dem riesigen Garten stand ein kleines, aus Bambus erbautes Gebäude, das auf allen Seiten zur Natur geöffnet war und in dem ein paar Tische, Stühle und Koch-Theken standen, sodass wir uns spontan fragten, ob es hier auch möglich wäre, an einem Kochkurs teilzunehmen.

Mission Curiosity – Aufgabe 18 – Kulinarik in Vietnam

Spontaner Vietnam-Kochkurs

Frauen bei der Arbeit: Kochen ;-)

Frauen bei der Arbeit: Kochen 😉

Und siehe da, die nette Besitzerin und ihre Schwester haben uns sofort einen perfekt für uns zugeschnittenen Kurs erstellt, bei dem wir in zwei Stunden drei typisch zentral-vietnamesische Gerichte kochen konnten (mit der anschließenden Verspeisung des Gekochten natürlich 😉 ). Auf dem Menü standen vietnamesische Pfannenkuchen (kein Vergleich zu unseren!), Riesenmakrele in Bananenblättern mit Tomatensauce und frische Frühlingsrollen mit Schweinefleisch und Shrimps.

Südostasiatische Gewürzlehre

Leckerer welcome drink im Water Wheel Restaurant

Leckerer welcome drink im Water Wheel Restaurant

Nach einem leckeren Willkommensdrink aus Basilikum-Samen, Ingwer und Zitronensaft ging es los mit einer Lehre über die zu verwendenden Gewürze. Curry, Five Spices, Kurkuma, Meersalz, Schwarzer Pfeffer und Zucker durften wir in einem kleinen Wettbewerb untereinander erraten, den ich voller Stolz als Hobby-Koch gewinnen konnte. Außerdem wurden Fischsauce und Pflanzenöl bereitgestellt, sowie Knoblauch, Zitronengras und Schalotten, jeweils kleingehackt.

Vorspeise: Frische Frühlingsrollen

Meine zwei Mitköchinnen Dea und Theresa

Meine zwei Mitköchinnen Dea und Theresa

Mit diesen Zutaten marinierten wir für das erste Gericht, die frischen Frühlingsrollen, das Schweinefleisch und die Shrimps. Nachdem die Marinade ein bisschen eingezogen war, haben wir beides angebraten. Währenddessen kochten wir für zwei Minuten Frühlingszwiebeln in Salzwasser, die wir dann zum Zusammenbinden der weiteren Zutaten (Minze, Koriander) für die spring rolls verwendeten. Fertig war die Vorspeise, die sehr, sehr lecker schmeckte.

Hauptspeise: Makrele in Tomatensauce

Flambieren der Makrele: HEISS!

Flambieren der Makrele: HEISS!

Die Makrelenstücke für das zweite Gericht gaben wir in eine heiße Pfanne mit Öl und Knoblauch und brieten sie scharf an. Wir flambierten sie kurz mit Zuckerrohrschnaps (ähnlich wie Rum), der hier auch traditionell hergestellt wird. Gleichzeitig verkochten wir frisch geschnittene Tomaten mit Knoblauch, Zucker, Austern– und Sojasauce und legten den Fisch und die Sauce, sobald beides bereit war, in Bananenblätter ein, nachdem wir das Ganze noch mit Sesam bestreuten. Die grünen Packungen wurden dann noch auf einem Grill geräuchert und angeschwärzt, um so den geräucherten Geschmack der Blätter in die Sauce und den Fisch zu übertragen. Fertig war das Hauptgericht, das wir mit klebrigem Reis verspeisten.

Man wickelt man den mit Sauce bedeckten Fisch in Bananenblätter

Man wickelt den mit Sauce bedeckten Fisch in Bananenblätter

Noch heißer am Feuer: Räuchern der Makrele

Noch heißer am Feuer: Räuchern der Makrele

Snack: Vietnamesische Pfannenkuchen

Eine weitere typische Speise der Küche Vietnams sind die pancakes aus in Wasser aufgelöstem Reismehl, das mit Kurkuma gelblich gefärbt wird. Es wird mit gehackten Lauchzwiebeln sowie mit dem mit Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen mariniertem Schweine-Hackfleisch verfeinert und wie Crêpes möglichst dünn in einer kleinen Pfannen angebraten.

Schon fast wie die Profis beim Wenden der pancakes

Schon fast wie die Profis beim Wenden der pancakes

Nach dem Wenden in der Luft gibt man auf eine Hälfte Mungbohnensprossen, die kurz mit erhitzt werden. Dann wird er zusammengefaltet und mit Kräutern und Salat serviert. Man legt alles auf ein Reispapier, rollt es zusammen und taucht die Rolle schließlich in Chili-Fischsauce ein. Schmeckt vorzüglich, als Snack, Vorspeise oder Hauptspeise!

Trotz gelber Farbe kein Ei im Pfannenkuchen

Trotz gelber Farbe kein Ei im Pfannenkuchen

Das war auch schon unser kleiner Kochkurs, der unheimlich viel Spaß gemacht hat. Ly Ly, unsere Köchin, war sehr lustig und hat den Kurs immer wieder mit Hintergrundgeschichten oder kleinen Späßen extra interessant gemacht. Am Ende bekamen wir dann sogar ein Zertifikat und die Rezepte mit auf den Weg 😉 , sehr süß!

Hoi An, Vietnam

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Hoi An, Vietnam 15.887376, 108.373260

Stephan Braun

Stephan aus München war unser Entdecker 2014/2015. Seine Weltreise führte ihn nach Südafrika, Australien, Neuseeland und Vietnam. In seinem eigentlichen Leben ist er Grafikdesigner und liebt es in seiner Freizeit seinen Hobbys nachzugehen: Freunde treffen, ins Kino gehen, kochen, wandern, Rad fahren, fotografieren und natürlich reisen. Er hatte fast acht Monate Zeit, um für uns die letzten Geheimnisse der Welt zu lüften.

4 Kommentare

  1. Debbie   •  

    Das klingt wirklich super – würdet ihr mir auch verraten wie viel ihr für den Kochkurs gezahlt habt und hättet ihr noch Kontaktdaten? Danke 🙂

    • Steffi Stadon   •  

      Hallo Debbie. Wir versuchen auf jeden Fall, das bei Stephan für Dich in Erfahrung zu bringen. 😉

  2. Stephan Braun   •     Autor

    Hallo Debbie,

    entschuldige bitte die späte Antwort. Das Dorf bei Hoi An hieß Tra Que, die Veranstalter des Kochkurses nennen sie Tra Que Water Wheel. Google es einfach mal, auf deren Homepage steht dann alles zu Ablauf und Preisen. Ich kann es sehr empfehlen. Toll ist auch der Kräutergarten, in dem man sich die heimischen Pflanzen näher bringen lassen kann!

    Viel Spaß!

    Stephan

    • Debbie   •  

      Vielen lieben Dank 🙂

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