Wandern in Sa Pa – Wochenende in der Natur Nord-Vietnams

Idylle in Nord-Vietnams Bergen

Kurz bevor meine Weltreise vorbei war, wollte ich noch einmal so richtig entspannen und nach der eher verschmutzten Luft in Da Nang frischere Luft schnappen. Zwei mögliche Ziele waren über Ha Noi zu erreichen, die Entscheidung fiel zwischen der Ha Long Bucht oder dem bergigen Sa Pa, beides leider sehr überlaufen mit Touristen, aber nichtsdestotrotz zwei Hightlights der südostasiatischen Natur-Landschaft. Aufgrund meiner Wander-Leidenschaft wurde es dann die von Bergvölkern bewohnte Region um Sa Pa, wo ich mit dem Nachtzug aus Ha Noi hingefahren bin.

Nachtzug nach Sa Pa

Luxuriöseste Variante nach Sa Pa zu fahren

Luxuriöseste Variante nach Sa Pa zu fahren

Mit einem Kumpel hatte ich in dem Zug eine Doppelkabine, was luxuriöser war, als anfangs erwartet. Jeder von uns hatte ein etwa 180 Zentimeter langes und vielleicht 80 Zentimeter breites Bett, das zwar eng war, aber für eine Nacht im Zug eigentlich ziemlich komfortabel. Mit einem kühlen Bier in der Hand, das uns eine leicht penetrante Schaffnerin vor der Fahrt verkauft hat (sie hat sich demonstrativ auf mein Bett gesetzt, damit wir was kauften), fuhren wir wackelig aus Ha Nois Innenstadt, wo wir neugierig in die Hintergärten, -höfe und -zimmer der Leute schauten.

Nach etwa acht Stunden heller, lauter und wackeliger Fahrt (Ohrstöpsel und Augenklappe sind ein Muss!) kamen wir sehr früh in Lao Cai an, von wo aus wir von einem Fahrer und unserer privaten, einheimischen Führerin Ban empfangen wurden. Es ging dann noch eine dreviertel Stunde auf Serpentinen ins noch höher gelegene Sa Pa, wo wir eigentlich eine kühlere Temperatur erwarteten, aber anscheinend hatten wir das „Glück“, ein heißes Wochenende zu erwischen, sodass der Klima-Unterschied zum feucht-heißen Ha Noi gefühlt nur sehr gering ausfiel.

Mission Curiosity – Aufgabe 19 – Natur in Nord-Vietnam

Wanderung über Reisfelder

Wir machten uns kurz frisch, hatten ein üppiges Frühstück und wurden über die Route aufgeklärt, die wir in den zwei Tagen erwandern würden. Wir baten Ban, nicht ganz so touristische Pfade zu wandern, sodass wir den internationalen Massen ein bisschen aus dem Weg gehen und eine authentischere Atmosphäre erleben konnten. Der alternative Wanderweg war dann aber natürlich etwas steiler, sodass wir kurz nach dem Start sofort zu schwitzen begannen (was bis zur Mittagspause auch nicht aufhörte 😉 ).

Man sieht mir an wie heiß und anstrengend es war ;-)

Man sieht mir an wie heiß und anstrengend es war 😉

Unendlich viele Ebenen von Reisterrassen

Unendlich viele Ebenen von Reisterrassen

Wunderschöne Aussicht auf die Reisfelder rund um Sa Pa

Wunderschöne Aussicht auf die Reisfelder rund um Sa Pa

Die Landschaft rundum Sa Pa ist mit ihren Reisterrassen wunderschön angelegt. Zwischen den Feldern luken immer mal wieder einfache Holzhütten hervor, in denen die einheimische Bevölkerung sehr rustikal lebt. Herumstreunende Hühner und Wasserbüffel ergänzen das Bild einer absoluten Idylle. Die Menschen der einheimischen Stämme haben dunklere Haut und indianischere Züge im Gesicht, sodass man in Verbindung mit deren traditioneller Kleidung (bunt bestickte Tücher, Westen, Hosen, …) fast denkt, man befindet sich in einem Andendorf in Südamerika.

Nacht bei einer Familie im Homestay

Dorfkinder baden im kühlen Fluss

Dorfkinder baden im kühlen Fluss

Nach dem sehr leckeren Mittagessen in einem kleinen Dorf in einem Flusstal ging es wieder bergauf zu unserem Übernachtungsort. Dort wurden wir in einem großen Haus untergebracht, das eigentlich Betten für mehr als 20 Wanderer beherbergt, allerdings waren wir an diesem Abend alleine. Die dort lebende Familie sprach kaum Englisch, man konnte sich aber mit Hand und Fuß verständigen. Abends wurde für uns ein Essen gekocht, das die typischen Gerichte der Region kombinierte, sodass wir die kulinarischen Besonderheiten der Region probieren konnten. Dazu gab es einige Schnapsgläsr Reiswein vom Herrn des Hauses, den wir natürlich nicht ausschlagen konnten, obwohl es nicht gerade unser Lieblingsgetränk werden würde 😉 .

Ergiebiges Mittagessen in einem der Bergdörfer

Ergiebiges Mittagessen in einem der Bergdörfer

Erfrischung im Fluss nach der Wanderung

Erfrischung im Fluss nach der Wanderung

Nach einer gemütlichen Nacht unter dem Moskitonetz, das allerdings hauptsächlich dicke Käfer fern halten musste und keine Mücken, gab es ein genauso ausgedehntes Frühstück. Da ich morgens ungerne schon Nudelsuppen und Reis zu mir nehme, bot man mir banana pancakes mit Honig und Limetten an, über was ich sehr glücklich war 😉 . Vollgefressen starteten wir nach dem Verdauungstee auch direkt wieder in die Natur. Schlängelnd über Reisterrassen führte der steile Weg an Hütten vorbei, sodass man in das Leben der Leute einen sehr guten Einblick bekam.

Die geschlängelten Wege durch die Reisfelder

Die geschlängelten Wege durch die Reisfelder

In einem kleinen Dorf wurden wir dann wieder von einem Fahrer abgeholt und zurück nach Sa Pa gebracht, wo wir noch ein bisschen durch die Stadt schlenderten. Abends ging es dann zurück nach Lao Cai, wo noch ein Abendessen in einem mit Australiern und anderen Reisenden gefüllten Touri-Restaurant auf dem Programm stand, was nicht gerade zum sonst sehr positiven Eindruck der Tour beigetragen hat, aber okay war. Am Ende stiegen wir dann wieder in den Nachtzug ein und tuckerten langsam zurück Richtung Ha Noi.

Alles in allem war der Ausflug ein sehr interessanter Einblick in die ländlicheren Regionen Nord-Vietnams, die man nur weit abseits der großen Städte wie Ha Noi oder Da Nang zu Gesicht bekommt. Ich bin im Nachhinein also sehr froh, dieses Naturerlebnis am Ende meiner Reise gemacht zu haben.

Sa Pa, Vietnam

Karte wird geladen - bitte warten...

Sa Pa, Vietnam 22.249717, 103.960809

Stephan Braun

Stephan aus München war unser Entdecker 2014/2015. Seine Weltreise führte ihn nach Südafrika, Australien, Neuseeland und Vietnam. In seinem eigentlichen Leben ist er Grafikdesigner und liebt es in seiner Freizeit seinen Hobbys nachzugehen: Freunde treffen, ins Kino gehen, kochen, wandern, Rad fahren, fotografieren und natürlich reisen. Er hatte fast acht Monate Zeit, um für uns die letzten Geheimnisse der Welt zu lüften.

1 Kommentar

  1. Laura Budnick   •  

    Hallo Stephan, ich finde deinen Blog echt klasse…kurz,prägnant und tolle Bilder.
    Sag mal, hast du die Tour nach Sa Pa allein gemacht ohne Guide? Oder hast du dies irgendwo vorher gebucht? Ich würde ganz gern mal probieren, die gleiche Strecke zu fahren bzw. zu laufen. Weißt du noch, wo du übernachtet hattest? Wie lange ging dein Trip nach Sa Pa- hört sich jedenfalls nicht lange an. Wie lange warst du generell in Vietnam – deine Bilder vom Kochkurs in Hoi An sind auch echt super geworden. Auch hier würde ich mich sehr über mehr Informationen von dir freuen.
    Bitte schreib mir. Würd mich freun.

    Lieben Gruß aus Potsdam, Laura

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.