Nach der Reise ist vor der Reise

Südafrika, Australien, Neuseeland, Vietnam

Nun bin ich schon wieder einige Wochen in Deutschland und habe mich bereits wieder komplett eingelebt: die Wohnung ist wieder bezogen, im Job starte ich bereits neu durch und meine Familie und Freunde habe ich auch zum großen Teil wiedergesehen. Zeit, einmal kurz durchzuatmen und die Erlebnisse meiner kleinen Weltreise noch einmal Revue passieren zu lassen.

Südafrika

Die Weiten der Savanne (mit Giraffen am Wasserloch)

Die Weiten der Savanne (mit Giraffen am Wasserloch)

Auf dem Plateau des Tafelbergs

Auf dem Plateau des Tafelbergs

Los ging es ja im Süd-Frühling in Kapstadt, wo ich im Oktober dem kalten Herbst in Deutschland entflohen bin. Die Highlights dort waren einerseits die natürlichen Begebenheiten wie das frühlingshafte Wetter, die bunte Vegetation und die tollen Landschaften rund um die Stadt am Kap der guten Hoffnung. Andererseits habe ich dort sehr viele Leute aus der ganzen Welt getroffen, die mir in dieser Zeit ans Herz gewachsen sind und mit denen in sehr viel unternommen habe.

Ein fruchtiger Weißwein

Ein fruchtiger Weißwein

Der eigentliche Aufenthalt dort stand im Zeichen eines Englisch-Auffrischungskurses an einer wunderbaren Sprachschule im Stadtteil Green Point. Doch besonders erinnern werde ich mich vor allem an die freien Nachmittage und die Wochenenden mit den anderen Sprachschülern aus Deutschland, der Schweiz, der Ukraine, Brasilien, Japan und Spanien. Wir machten unter anderem Ausflüge auf die Stadtberge (den Lion’s Head und den Tafelberg), zum Wine-Tasting in die Region um Stellenbosch und in ein typisches Township einer südafrikanischen Großstadt.

Game Drive zum Aufspüren von Spießböcken

Game Drive zum Aufspüren von Spießböcken

Der zweite Teil meines Stopps in Südafrika führte mich nördlich von Johannesburg nahe an die Grenzen zu Botswana und Simbabwe, wo ich nahe Alldays auf einer Wildlife-Farm Freiwilligenarbeit leistete. Hier stand vor allem der Schutz vor Nashörnern auf dem Programm, die von Wilderern wegen ihrer Hörner gejagt werden. Die Natur der Savanne und die vielen verschiedenen Tiere, die glücklich in der freien Wildbahn leben, haben mich hier am meisten beeindruckt. Giraffen, Nashörner, Springböcke, Strauße, Affen und etliche Vögel bevölkern das Gebiet, durch das uns täglich unsere Patrouillen führten.

Australien

Aussicht vom Tomaree Head auf Port Stephens

Aussicht vom Tomaree Head auf Port Stephens

Auf dem Gipfel meiner Brombeersträucher-Schneidekünste

Auf dem Gipfel meiner Brombeersträucher-Schneidekünste

Die Freiwilligenarbeit in Canberra und in Newcastle diente dem Naturschutz des vom Rest der Welt artentechnisch abgeschotteten Landes. Leider wurden hier in der Kolonialzeit etliche nicht-einheimische Pflanzen eingeführt, die heutzutage fast nicht mehr einzudämmen sind und die native Flora oft zurückdrängen. Unsere Aufgabe war der Artenschutz von Vögeln und Pflanzen durch das Zurückschneiden und Jäten des importierten Unkrauts.

Relaxtes Wochenende am Strand

Relaxtes Wochenende am Strand

Neben der anstrengenden Arbeit untertags bei Hitze bis zu 30 Grad machten besonders die Wochenenden und die Abende den Aufenthalt in Australien zu einem echten Highlight auf meiner Weltreise. Das Zusammenleben mit Volontären aus Bangladesch, Südkorea, Österreich, England, Spanien und Belgien in einem eigenen Haus nur zehn Minuten von den Stränden Newcastles entfernt werde ich immer in Erinnerung behalten. Wir verbrachten viel Zeit am Strand, kochten abends zusammen, schauten Filme, spielten Spiele und tranken auch ab und zu mal ein Bierchen (obwohl das von der Organisation vor Ort nicht so gern gesehen wurde 😉 ).

Nach dem 30-Meter-Wasserfall-Abseiling

Nach dem 30-Meter-Wasserfall-Abseiling

An den Wochenenden schaute ich mir ein bisschen die touristischeren Teile der australischen Westküste an, so war ich beispielsweise an einem wunderschönen Tag in Port Stephens zum Fahrradfahren, Baden und Wandern sowie ebenfalls zum Wandern und zum Canyoning in den Blue Mountains bei Sydney. Einfach atemberaubend!

Fast wie ein Pro

Fast wie ein Pro

Nach den drei Wochen Naturschutz standen fünf Tage Spaß zum Abschluss meines Stopps in Australien auf dem Programm: ein Surfkurs. Zwischen Coffs Harbour und Byron Bay liegt versteckt in einem Naturschutzgebiet Spot X, ein riesiges Camp von Surfern und Kursteilnehmern. Morgens und nachmittags ging es auf die Wellen während wir in der Früh, mittags sowie abends von einem super netten Team bekocht wurden. Sowas nennt man Urlaub 🙂 . Am Ende der Woche stand ich einige Wellen und kurvte sogar schon ein bisschen auf dem Wasser herum. Ich hoffe das Gelernte bleibt mir bis zu meiner nächsten Surf-Gelegenheit erhalten!

Neuseeland

Mit dem alten Toyota am Tongariro-Nationalpark

Mit dem alten Toyota am Tongariro-Nationalpark

Mit dem Quad auf der Schaffarm unterwegsBevor ich mit dem Arbeiten in Neuseeland anfangen wollte, gönnte ich mir erstmal einen vierwöchigen Roadtrip über die Nordinsel (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). Unter anderem habe ich die einzigartige Natur Neuseelands kennengelernt, zum Beispiel in den Waitomo Caves, aber auch die ultimative Gastfreundschaft der Kiwis.

We Wash Windows – Fenster putzen macht Spaß!

We Wash Windows – Fenster putzen macht Spaß!

Nach der sehr entspannenden, aber auch Geld raubenden Reise (Neuseeland ist sehr teuer!), musste ich meine Reisekasse erneut aufbessern, also suchte ich mir einen Job nach der Überfahrt auf die Südinsel, die ich bis dahin noch nicht gesehen hatte.

Mit 200 Sachen Richtung Erde

Mit 200 Sachen Richtung Erde

Viel erkundet habe ich dort leider nicht, da ich in Methven fast die ganze restliche Neuseeland-Zeit verbracht habe, da das Arbeiten und das Leben mir dort sehr gut gefallen hat. Nur einige Wanderungen in der näheren Umgebung und ein paar Action- und Abenteuer-Ausflüge wie zum Beispiel zum Bungyjumpen in Hanmer Springs und zum Fallschirmspringen in Ashburton waren möglich.

Vietnam

Idylle in Nord-Vietnams Bergen

Idylle in Nord-Vietnams Bergen

Endlich mal raus und was von der Welt sehen!

Endlich mal raus und was von der Welt sehen!

Zu guter Letzt ging es nach Da Nang, wo ich in einem Waisenhaus, in Schulen und Kindergärten, einer Universität und in einem sozialen Zentrum die vielfältigste Freiwilligenarbeit auf meiner Reise erleben durfte. Ich unterrichtete Englisch, half bei der Betreuung von Behinderten, machte mit Senioren Ausflüge und spielte mit vernachlässigten oder obdachlosen Jugendlichen Fußball. Außerdem konnte ich bei organisatorischen Dingen wie der Gestaltung der Homepage oder von Flyern mithelfen.

Manuela und ich warten auf das vietnemesische Essen

Manuela und ich warten auf das vietnemesische Essen

Nicht nur die Arbeit machte tierisch viel Spaß, auch die Abende und Wochenenden mit den anderen Freiwilligen, unter anderem aus der Schweiz, aus Holland und Neuseeland oder Australien waren echte Highlights. Wir verbrachten viel Zeit am wunderbaren China-Beach, fuhren mehrmals in nahegelegene und wunderschön-koloniale Hoi An und machten Ausflüge in die nähere Umgebung von Da Nang.

Besuch des städtischen Markt-Labyrinths

Besuch des städtischen Markt-Labyrinths

Nach den vier Wochen Hilfsarbeit, die wie im Flug vergingen, hatte ich noch zwei Wochen Freizeit. Mit einem Freund entdeckte ich die bergige Region um Sa Pa auf einer Zweitageswanderung, die Kaiserstadt Hue mit ihrer Zitadelle und dem quirligen Markt sowie ganz zum Schluss das wuselige und leider sehr luftverschmutzte Ha Noi.

Deutschland

Am Ende kann ich nicht behaupten, dass eines der Länder besonders hervorstach, was die Natur, die Menschen, die Erlebnisse oder die Arbeit angeht. Alle waren komplett unterschiedlich und auf ihre Weise einfach nur wunderbar. Ich möchte keine Erfahrung, die ich auf meinem Trip erlebt habe, missen. Besonders die vielen unterschiedlichen Menschen werde ich in bester Erinnerung behalten und hoffe, dass ich sie irgendwann einmal wiedersehen werde.

In München angekommen habe ich mich natürlich total auf ein paar Dinge gefreut. Freunde, Familie und Wohnung standen zuvorderst auf der Liste, aber auch nicht so allgemeine, sondern speziellere Sachen habe ich extrem vermisst: Brezen, Leberkäse und bayerisches Bier, das Fahrradfahren durch München, das saubere Leitungswasser, mein bequemes Bett, meine Badewanne und vieles mehr. Jetzt habe ich mich schon fast wieder daran gewöhnt 😉 . Ich hoffe meine Gelassenheit, die ich auf der Reise verfestigt habe, bleibt mir ein bisschen. Mal sehen, wann es mich wieder in die weite Welt zieht, lange wird das Fernweh nicht gestillt bleiben ;-).

Südafrika, Australien, Neuseeland, Vietnam

Stationen meiner Weltreise: Südafrika, Australien, Neuseeland, Vietnam

Für die tolle Zeit möchte ich allen Menschen danken, die ich auf meiner Reise getroffen habe. Auch danke noch einmal an alle Leute daheim, die mich unterstützt haben vor, während und nach meiner Weltreise. Und vielen Dank natürlich an TravelWorks, ohne die das niemals möglich gewesen wäre. Ihr alle habt mein Leben bereichert! Cheers mates!

Stephan Braun

Stephan aus München war unser Entdecker 2014/2015. Seine Weltreise führte ihn nach Südafrika, Australien, Neuseeland und Vietnam. In seinem eigentlichen Leben ist er Grafikdesigner und liebt es in seiner Freizeit seinen Hobbys nachzugehen: Freunde treffen, ins Kino gehen, kochen, wandern, Rad fahren, fotografieren und natürlich reisen. Er hatte fast acht Monate Zeit, um für uns die letzten Geheimnisse der Welt zu lüften.

4 Kommentare

  1. Christopher Schmidt   •  

    Ganz wundervoller Bericht! Ich plane selbst schon wieder die nächste Reise, obwohl ich gerade erst aus Indien zurückgekehrt bin. Ich habe einfach immer schon so viele neue Ideen, noch bevor ich wieder zuhause bin 😀 Ich kann dich da voll und ganz verstehen.
    Danke für den tollen blog und weiter so!
    LG,
    Chris

  2. Brigitte   •  

    Danke für deinen Bericht. Hast Du eine wanderführerin vor Ort in ha Noi gebucht. Kannst du mir eine Empfehlung schreiben. Ich möchte mit einer freundin in den bergen wandern.
    LG Brigitte

  3. Brigitte   •  

    Danke für deinen Bericht. Hast Du eine wanderführerin vor Ort in ha Noi gebucht. Kannst du mir eine Empfehlung schreiben. Ich möchte mit einer freundin in den bergen wandern.
    LG Brigitte

    • Stephan Braun   •     Autor

      Hallo Brigitte! Ich hatte damals keinen eigenen Bergführer, sondern bin die Strecke alleine mit einem Freund gelaufen. Aber es ist einfach, einen Wanderführer vor Ort zu finden, falls du dir unsicher bist. Viel Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.