Auf ein „Pinxto-Pote“ in San Sebastián

San Sebastián trägt neben Breslau in diesem Jahr den Titel „Kulturhauptstadt des Jahres 2016“. Die Stadt, im Baskischen auch Donostia genannt, liegt im Norden Spaniens an der Bucht „La Concha“ und lädt zum Baden, Surfen und Entspannen ein. Auch wenn die Auszeichnung zahlreiche Touristen anlocken wird, bleibt das Fischerstädtchen eine perfekte Destination, um unter Einheimischen Spanisch zu lernen. So entschied sich auch Sonja für eine Sprachreise nach San Sebastián.   

„Im März 2015 war es so weit und ich machte mich auf den Weg zu einer weiteren Sprachreise, da meine Spanischkenntnisse wieder einmal einen kleinen Schub benötigten. Nachdem es mich knapp zwei Jahren zuvor nach Andalusien in das schöne Cádiz verschlagen hatte, ging es nun ins Baskenland ganz im Norden von Spanien – das bei Surfern und Gourmets gleichermaßen bekannte San Sebastián war mein Ziel!

ayutamiento-kleinDank des Direktflugs von Düsseldorf nach Bilbao und dem Shuttle-Bus, der mich schnurstracks nach San Sebastián – von den Basken Donostia genannt – brachte, hielten sich die Reisestrapazen in Grenzen und so kam ich sonntagsabends gut gelaunt an. Ich entschied mich, die Strecke zu meiner Unterkunft zu Fuß zurückzulegen, um so ein erstes Gefühl für die Stadt zu bekommen. Schon nach ein paar Metern kam mir alles etwas „französisch“ vor – kein Wunder, wenn die französische Grenze ja nur knappe 20 km entfernt ist. Über den Río Urumea ging es dann in mein Stadtviertel „Gros“, welches unmittelbar an einem der beiden Stadtstrände liegt und bekannt ist für sein „Pinxto-Pote“. In hatte mich für die Unterbringung in einer WG entschieden und wurde dort von meiner Mitbewohnerin und Eigentümerin der Wohnung empfangen, die mir direkt den besten „Schulweg“ erklärte und die unmittelbare Nachbarschaft inkl. der wichtigsten Geschäfte zeigte.

altstadt-blick-auf-buen-pastor-kleinAm nächsten Morgen stärkte ich mich kurz in der Bäckerei direkt neben der Wohnung und machte mich dann bestens informiert und ohne Umwege auf den Weg zur Sprachschule, wo der Tag mit dem Einstufungstest begann. Nach einem kurzen schriftlichen und mündlichen Test wurde ich dann zusammen mit zwei weiteren Novizinnen dem Kurs von Rosa und Dadi zugewiesen, dessen hohes Niveau mich anfangs doch etwas erschrak. Dann jedoch war ich sehr froh über diese Einstufung, da ich gut gefordert wurde und in einer Woche immens viel lernte. Auch den Aufbau des Kurses, beginnend mit zwei Stunden Unterricht bei Rosa gefolgt von zwei weiteren Stunden bei Dadi, fand ich nicht nur sehr abwechslungsreich und lebendig, er war auch extrem kurzweilig, da die Unterrichtseinheiten thematisch vollkommen unabhängig voneinander waren.

IMG_0717-kleinAbgerundet wurde dieser Unterricht dann noch von einer Stunde Einzelunterricht bei Esther, die mit mir geduldig nochmals all das vertiefte, wo sich in den beiden Kursen zuvor Lücken aufgetan hatten. Damit hörte es aber nicht auf, denn Hausaufgaben standen ebenfalls auf der Agenda. Diese fielen z.T. recht umfangreich aus und da mir nach 5 Stunden Unterricht das Denken bereits schwer fiel, war ich zunächst etwas skeptisch, schließlich musste ja auch noch Zeit für die Erkundung von Donostia bleiben. Schnell merkte ich jedoch auch hier, wie sehr mich diese „Nachbereitung“ des Unterrichts sprachlich weiterbrachte. Was für einen Unterschied macht also schon eine Stunde Schlaf mehr oder weniger?!

IMG_0473-kleinSo nutze ich dann also die freien Nachmittage und Abende, um die Stadt zu erkunden. Los ging es mit der von der Sprachschule organisierten Stadtführung, die perfekt war für eine erste Orientierung und noch viel mehr, um andere Schüler der Sprachschule kennenzulernen – auch außerhalb des eigenen Kurses. In den nächsten Tagen kehrte ich noch diverse Male in das Stadtzentrum zurück. Ich erkundete das Stadtmuseum San Telmo, die Pinxto-Bars in der Altstadt, erklomm den Monte Urgull, um am einzig sonnigen Tag den Ausblick auf die Bucht zu genießen, nahm am Ausflug nach Hondarríbia an der französischen Grenze teil und zog beim legendären, vor allem bei Studenten beliebten „Pinxto-Pote“ (ein Pinxto, ein Bier oder Wein für 2 €) durch die Bars von Gros. Den krönenden Abschluss bildete freitagsabends eine Pinxto-Tour durch die Altstadt zusammen mit einigen anderen Kursteilnehmern. Neben gutem Wein gab es die absolut besten Pinxtos der Reise z.B. im “La Cuchara de San Telmo”, von denen man schlichtweg nicht genug bekommen konnte. Viel wichtiger war jedoch das Erfolgserlebnis, sich den kompletten Abend ohne großartiges Nachdenken nahezu fließend und vollkommen ungehemmt auf Spanisch über Gott und die Welt unterhalten zu können. Das wäre zu Beginn der Woche nicht möglich gewesen.

blick-auf-playa-zuriolla-gros-kleinDer Wettergott war in diesem Urlaub leider nicht auf meiner Seite und dennoch war ich auch von dieser Sprachreise rundum begeistert! Die Sprachschule ist wirklich klasse und total familiär, alle Mitarbeiter waren unglaublich nett, der Unterricht intensiv und abwechslungsreich zugleich und San Sebastian mit seiner schönen Altstadt, den traumhaften Stränden und grandiosen Pinxto-Bars ein rundherum tolles Ziel. Für mich steht fest, dass ich in jedem Fall nochmal ins schöne Baskenland reisen werde, mit dem Regenschirm und der Hoffnung im Gepäck, diesen nicht zu benötigen!“

Du möchtest in der Kulturhauptstadt 2016 Dein Spanisch verbessern? Dann informiere dich hier über eine Sprachreise nach San Sebastián.

 

Dieser Artikel ist Teil der Reihe „TravelWorks loves Spain“.

Steffi Stadon

Steffi ist als Redakteurin bei TravelWorks unterwegs. Als Backpacker in Australien hat sie in doppelter Hinsicht Feuer gefangen - nicht nur für die Landschaft sondern auch für einen Aussie. Gemeinsam pendeln sie zwischen Europa und Ozeanien hin und her. Der Rest der Welt kommt aber nicht zu kurz für Entdeckungen. Über den großen Teich soll es als nächstes gehen.

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