Taminas Megatrip – Erlebnisreise Australien

Unsere Teilnehmerin Tamina ist mit uns im wahrsten Sinne des Wortes durch die Welt gereist. Ihr TravelWorks-Megatrip führte sie u.a. nach für Freiwilligenarbeit nach Thailand, auf Erlebnisreise nach Australien und ein Praktikum nach Kanada. In ihrem dritten Beitrag berichtet sie uns von ihren Eindrücken auf ihrer Erlebnisreise in Australien


Mein Leben hat sich in den letzten zwei Monaten komplett auf den Kopf gestellt. Seit Neujahr ist nichts mehr so, wie es war und ich kann mir einfach nicht erklären, wie es dazu gekommen ist. Das klingt sehr dramatisch, nicht meine Intention; sogar ganz im Gegenteil. Mein Leben ist eine Achterbahn und zum ersten Mal begrüße ich dieses Gefühl der Dauerübelkeit und des Adrenalinstoßes. Ich wache jeden Tag aufs neue mit einem Lächeln auf und hab Null Ahnung, was eigentlich in den nächsten Stunden auf mich zukommt.

Jahreswechsel in Thailand und Ankunft in Sydney

Neujahr verbrachte ich auf Koh Phangan, Thailand, am Full Moon Countdown Festival. Nie in meinem Leben hätte ich gedacht, dass ich auf so ein Festival gehen würde. Nur eine Woche später (nachdem ich in einem Sturm auf Koh Tao gefangen war und meine Flüge verpasst habe), bin ich in Sydney angekommen. Ich hab meine Australien Rundreise an der Ostküste verpasst. Aus einem mir unerklärlichen Grund hat mich dass wenig gestört. Ich hab meine Tour um eine Woche verschoben und hab meine erste Woche in Australien in Sydney verbracht.

Bondi, Manly, Harbour Bridge, Wendy´s Secret Garden, Luna Park – Sydney ist traumhaft! Aber nach einer Woche in der gleichen Stadt kann es auch ein wenig einsam und langweilig werden. Also konnte ich es kaum erwarten, endlich meine Tour zu beginnen.

Die Tour beginnt

Ich kannte niemanden und hatte keine Hemmungen, neue Bekanntschaften zu machen. Nach einem sehr lustigen Abend im Hostel mit Gratis Pizza und viel Tanzen wachte ich am nächsten Tag auf, um zum Bus zu gehen. Dort hab ich schon mal ein Mädchen kennengelernt: Ashley. Sie war die erste Person, mit der ich von der ersten Sekunde an lachen konnte. Das könnte vielleicht daran liegen, dass sie genauso einen Kater hatte wie und auch keine Stimme, da sie am Abend davor Karaoke singen war. Nach einer Weinverkostung, Barrington Tops, Tubing und Spot X hab ich beschlossen, mich dem Zeitplan von Ashley, Jenny und Saskia anzupassen – den drei liebsten Mädchen, denen ich begegnet bin.

Neue Freundschaften

Fünf Wochen nur wir vier – auf und ab, quer und krumm. Ein Ort schöner als der andere. Was das Abenteuer erst zu dem gemacht hat, was es im Endeffekt war, war die Präsenz dieser Mädchen. Wir kannten uns nur wenige Wochen, und dennoch haben wir sofort eine Verbindung aufgebaut. Wir haben uns mehr als nur gut verstanden. Jungs, Parties, Segeltrips, Roadtrips und sämtliche Tage und Nächte am Strand später haben sich unsere Wege getrennt. Das war definitiv schwer.

Aber auch hier war ein Licht am Ende des Tunnels: Wir treffen uns wieder in Europa und verbringen den Sommer zusammen. Jenny geht zur Navy in Norwegen, Saskia macht ihr Gap Year in Australien zu Ende und Ashley versucht, ihr Glück zu finden in der großen weiten Welt. Und ich? Nun ja. Ich hab zu 99% der Zeit eigentlich keine Ahnung, was ich mit meinem Leben eigentlich mache. Aber was ich weiß ist, dass ich, seitdem ich meinen Fuß auf Australien gesetzt habe, jeden Tag mit einem Grinsen aufwache. Ich bin glücklich. Ich weiß endlich, was ich will, und nicht, was andere wollen, dass ich mache.

Ich habe Freunde fürs Leben gefunden und Erinnerungen, die mich zum Lachen bringen.

Im Surfcamp

Nach meiner East Coast Tour habe ich beschlossen, in Sydney für einen Monat surfen zu gehen, bevor ich weiter nach Neuseeland reise. Auch das war einer der besten Entscheidungen meines Lebens. Das Surfcamp war voll von lustigen Karaoke- und Trivia-Nächten, Surfen mit Delfinen, Surfen im Gewitter, Studentenkonzerten in Wollongong und anderen nächtlichen und täglichen Aktivitäten, die mich in meiner Freiheit nur noch mehr erfüllt haben.

Ich kann gar nicht ausdrücken, wie ich mich fühle. Vielleicht werde ich auch nie die Worte finden. Aber das ist okay. Ich hab keine Angst mehr, der Mensch zu sein, der ich im tiefsten Inneren bin. Australien hat mir klar gemacht, dass ich nur ich selbst sein kann, wenn ich komplett offen bin und alle meine Seiten begrüße. Ich verstecke mich nicht hinter einer Fassade, die die Gesellschaft (bzw. alle Menschen von Zuhause) für mich errichtet haben. Ich will keinem Image folgen sondern möchte zu 200% einfach „Ich“ sein. Wenn man dann auf der anderen Seite der Welt ist und nichts und niemand einen aufhalten kann, springt man von dieser Klippe einfach ins kalte Wasser.

Wie ich mich verändert habe

Ich habe Dinge erlebt und getan, die ich nicht in meinen kühnsten Träumen für möglich gehalten hätte. Ich bin an die Grenzen meiner Wohlfühlzone gegangen und habe einfach einmal losgelassen.

Leute von zu Hause schreiben mir, dass ich nicht mehr die Person bin, die sie vor sechs Monaten haben weggehen sehen. Und ganz ehrlich: Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich damals war. Ich bin auch nicht mehr der Mensch, der ich gestern war. Jeder Tag bringt neue Erfahrungen mit sich und verändert uns und die Art und Weise, wie wir denken. Ich habe keine Intention, wieder die Person zu werden, die ich vor einem Jahr war.

Rückblick und Ausblick

Vor einem Jahr habe ich mich nach Freiheit und Unabhängigkeit gesehnt. Ich war im tiefsten Inneren unglücklich mit mir selbst und meinem Leben. Ich wusste nicht, was ich wollte und hab mich hinter einem Image versteckt, das mir aufgedrückt wurde.

Heute bin ich mehr als unabhängig. Freiheit ist mein zweiter Vorname. Ich bin glücklicher als je zuvor und weiß endlich, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Ohne meinen Tagträumen wäre ich nie an dem Punkt, an dem ich gerade bin. Dafür bin ich dankbar. So oft habe ich gehört, dass meine Träume unrealistisch für eine 18-Jährige sind. Dass ich einfach Medizin studieren sollte anstatt ein Jahr Auszeit zu nehmen, da dass ein guter Job ist, in dem man gut verdient und abgesichert ist.

Tagträume werden zur Realität

Nach 64 Tagen in diesem Land der Faszination ist mir klar geworden, dass meine Träume nicht „unrealistisch“ sind. Sie sind groß, aber nur, weil ich groß denke. Ich will nicht in einem „Schubladen-System“ denken. Dass bin einfach nicht ich. Das Leben ist VIEL zu kurz um nur Tagträume zu durchleben. Beweg deinen Allerwertesten und geh raus in die Welt! ****** darauf, was die Leuten denken! Was in Down Under passiert, bleibt in Down Under!

Mein Leben zählt sich nicht in Tagen, Monaten oder Jahren, sondern an Erinnerungen. Und niemand wird sich an die Geschichte von deinem Netflix-Abend erinnern, als du Pizza bestellt hast und mit deinen Freunden gechillt hast. Aber jeder wird sich an die Geschichte erinnern, als du 18 Tequila Shots getrunken und mit Aussies die Nationalhymne gesungen hast, nachdem du am Strand Rugby spieltest und trotz eines riesigen Hangovers am nächsten Tag zum Sonnenaufgang surfen warst.

Es liegt an euch, meine Lieben. Couch-Potato oder Surf-Tomato?


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Steffi Stadon

Steffi ist als Redakteurin bei TravelWorks unterwegs. Als Backpacker in Australien hat sie in doppelter Hinsicht Feuer gefangen - nicht nur für die Landschaft sondern auch für einen Aussie. Gemeinsam pendeln sie zwischen Europa und Ozeanien hin und her. Der Rest der Welt kommt aber nicht zu kurz für Entdeckungen. Über den großen Teich soll es als nächstes gehen.

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