Taminas Megatrip – Freiwilligenarbeit Thailand

Unsere Teilnehmerin Tamina ist mit uns im wahrsten Sinne des Wortes durch die Welt gereist. Ihr TravelWorks-Megatrip führte sie u.a. nach für Freiwilligenarbeit nach Thailand, auf Erlebnisreise nach Australien und ein Praktikum nach Kanada. Erfahrt in ihrem zweiten Beitrag, welche Eindrücke sie bei unseren Freiwilligenprojekten in Thailand gesammelt hat.


Ich schreibe diesen Beitrag ca. drei Monate zu spät, aber besser später als nie oder? Obwohl es schon einige Monate her ist, kann ich mich ganz genau erinnern. Es scheint, als wäre einfach nur ein extrem langer Tag vorbeigegangen.

Abschied und Ankunft in Chiang Mai

Nach einer exzessiven Halloween Nacht, 2.1 Promille und vier Liter Wasser später stand ich am Flughafen und sagte meiner Familie – zum 2. Mal in zwei Monaten – goodbye. An diesen Part erinnere ich mich nicht so gut, um die Wahrheit zu sagen, da mich meine Schwester die Nacht davor abgefüllt hatte mit der Ausrede „dass sie mich für Monate nicht sehen würde“.

Angekommen in Chiang Mai, nach dem allerschlimmsten Flug und dem größten Hangover aller Zeiten, hab ich mal 24 Stunden durchgeschlafen.

Erste Eindrücke

Freundschaften zu schließen war nicht gerade einfach, weil ich als einzige von der Gruppe der ersten Neuankömmlinge im anderen Haus untergebracht wurde, und somit nicht wirklich mit jemanden in Kontakt treten konnte.

Das erste Wochenende war eigentlich ziemlich lustig. Wir hatten zwei Tage „Orientierung“. Eine gefühlte Ewigkeit mit Thai Unterricht, geilem Lunch und Hop-On Hop-Off Tempel Tour später hatten wir noch ein kulturelles Dinner. An einem Punkt kamen die Thai Tänzerinnen zu unserem Tisch und forderten uns zum Tanzen auf. Ich war natürlich die Einzige, die darauf einging, und zwar 3 Mal hintereinander.

Kontakte knüpfen

Ich hab mich mit meiner Zimmergenossin Lucie und zwei anderen Mädchen namens Tahlia und Gloria aus dem anderen Haus gut verstanden. Wir wollten alle alleine sein, ohne einsam zu sein. Also gingen wir ab und zu wandern, aber hörten Musik im Auto jeder allein. Es mag komisch klingen, aber das war genau das, was ich gebraucht habe. Zeit zum Nachdenken.

Arbeit im Freiwilligenarbeitsprojekt

Die Arbeit in der Schule war teilweise psychisch sehr fordernd. Die Kinder und ich haben uns unglaublich gut verstanden. Dennoch war es klar, dass es nicht nur eine sprachliche Barriere gab. Unsere Kulturen waren Welten entfernt. Ich versuchte mit Herz und Seele, ihre Kultur zu verstehen. Ich hab jeden Tag Thai gelernt und versucht, dadurch besser kommunizieren zu können, da ihre Englischkenntnisse mehr als unterirdisch sind.

Es gab einen Tag, an dem ich nach der Schule für fünf Stunden im Spa verschwunden bin, da ich es einfach nicht mehr gepackt hab. Es war so frustrierend. Man steht 60 Minuten vor der Klasse und erklärt jedes Wort mit Skizzen und Handbewegungen und Geräuschen. Und selbst dann verstehen sie es nicht ganz.

Aus Niedergeschlagenheit wird Freude

Ja, es war richtig frustrierend, da ich ihnen nur Englisch beibringen wollte. Und nicht einmal das konnte ich richtig hinbekommen. Nach einer Weile akzeptierte ich, dass ich wohl die unfähigste Englischlehrerin aller Zeiten bin. Also hab ich angefangen, ihnen Spiele beizubringen, wie Hangman oder Liedersingen. Von da an war es viel leichter.

Es wurde mir bewusst, dass ich diese Kinder nur glücklich machen wollte, und es war mir so egal, wie ich das schaffen würde. Ich kaufte Unmengen an Bastelzeug von meinem Geld ein und fing an, mit Ihnen Weihnachtsmänner zu basteln und Plakate zu gestalten. Von da an kam ich jeden Tag in die Schule und wurden von 50 lachenden Kindern umarmt.

Jede Sekunde, die ich mit den Kindern verbrachte, machte das Offensichtliche verständlich: Ich war aus keinem richtigen Grund verletzt und verschwendete meine Zeit, indem ich mich in Mitleid suhlte anstatt endlich zu leben und mein Leben in Wien hinter mir zu lassen.

Wie die Zeit vergeht

So gingen Tage in Wochen über, und Wochen in Monate. Tja und dann kam auch schon der letzte Tag, welchen wir auf einer „Weihnachtsfeier“ in einer anderen Schule verbrachten. Dort schloss ich schnell neue Freundschaften mit dortigen thailändischen Englischlehrern/Studenten, mit denen ich bis heute in Kontakt bin.

Thailand war eine Katastrophe aber zugleich auch ein Abenteuer. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich vieles anders gemacht. Aber andererseits wären die darauffolgenden Monate in Australien nicht das gewesen, was sie im Endeffekt waren, wäre ich nicht durch diese wirklich schwierige Zeit in Thailand gegangen.


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Steffi Stadon

Steffi ist als Redakteurin bei TravelWorks unterwegs. Als Backpacker in Australien hat sie in doppelter Hinsicht Feuer gefangen - nicht nur für die Landschaft sondern auch für einen Aussie. Gemeinsam pendeln sie zwischen Europa und Ozeanien hin und her. Der Rest der Welt kommt aber nicht zu kurz für Entdeckungen. Über den großen Teich soll es als nächstes gehen.

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