WWOOFing Norwegen

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Erfahrungsberichte Norwegen

Du möchtest wissen, welche Erfahrungen andere Work and Travel-Teilnehmer in Norwegen gemacht haben? Hier findest du eine Auswahl aktueller Berichte über Erfahrungen und Erlebnisse. Und natürlich freuen wir uns, nach deinem Work and Travel Aufenthalt in Norwegen hier auch deinen Erfahrungsbericht zu veröffentlichen!

Rojas Erfahrungsbericht

Alter: 20
Reiseziel: Norwegen
Heimatort: Bingen
Dein Statement? Die drei Monate, die ich auf dem Hof verbrachte, waren gefüllt mit tollen Erlebnissen und auch jeder Menge Arbeit.

Nach dem Abitur stand wie für die meisten auch für mich die Frage im Raum, was ich bis zum Studienbeginn machen sollte. Ich wollte gerne ins Ausland gehen und dabei etwas Sinnvolles tun und auch hart arbeiten. Die Lösung war das WorkingGuest-Programm in Norwegen, bei dem man in einer Familie lebt und bei ihnen gegen ein kleines Taschengeld auf dem Hof arbeitet. Über die Organisation TravelWorks sowie deren norwegische Partnerorganisation wurde der Kontakt zu den Familien hergestellt, bis man sich in gegenseitigem Einvernehmen füreinander entschied. Und so ging es Ende April für mich nach Surnadal, einer Kommune am Surnadalsfjord im Westen Mittelnorwegens. Meine Familie bewirtschaftete einen kleinen ökologischen Gemüsebauernhof, auf dem mehrmals in der Woche auch Programme für Demenzkranke und Schüler angeboten wurden. Vor allem mit letzteren hatte ich neben der Hofarbeit zu tun, da ich sie beim Kochen von Gerichten aus ökologischen Produkten beaufsichtigte. Hauptsächlich arbeitete ich jedoch im Garten und auf den Feldern, wo ich säte, pflanzte, Hecken und Gras beschnitt und jede Menge Unkraut jätete. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl, jeden Tag an der frischen Luft zu arbeiten (sowohl bei Sonnenschein und Hitze als auch bei Schnee und Kälte) und die Früchte seiner Arbeit buchstäblich wachsen zu sehen! Auch mit meiner Familie kam ich super gut aus und wir lernten uns auf den unzähligen Wanderungen, die wir an den Wochenenden oder nach meinem Arbeitstag zusammen unternahmen, gut kennen. Die Sprache stellte dabei kein Problem dar. Die Norweger können allesamt sehr gut englisch, allerdings lernte ich mit meiner Gastmutter intensiv norwegisch, sodass wir uns nach kurzer Zeit in der Landessprache unterhielten. Im Laufe meines Aufenthalts habe ich so ziemlich jeden der näheren Berge bestiegen, sei es auf markierten Pfaden oder mit Karte und Kompass ausgerüstet über Berge und Täler zur Hütte der Familie. Dank der langen Helligkeit konnte ich eine Wanderung sogar mitten in der Nacht bewältigen und gegen 23.00 Uhr auf dem Gipfel des Kufjellet den Sonnenuntergang bestaunen. Die Landschaft Norwegens ist unglaublich schön und die Menschen sehr nett. Vor allem, wenn man sich unterwegs in den Bergen trifft, wird man mindestens mit einem freundlichen „Hei-hei!“ begrüßt. Doch nicht nur Norwegens Natur, auch die Städte sind klein aber fein und hübsch. An einem Wochenende besichtigte ich die Städte Ålesund, Molde und Kristiansund, die allesamt an Fjorden liegen. Trondheim mit dem berühmten Nidarosdom besuchte ich zusammen mit meiner Gastfamilie. Die drei Monate, die ich auf dem Hof verbrachte, waren gefüllt mit tollen Erlebnissen und auch jeder Menge Arbeit. Zum Abschluss bestieg ich mit meiner Familie Norwegens höchsten Berg, den Galdhøppigen, bevor ich zu einer dreiwöchigen Wanderung durch die Nationalparks Jotunheimen, Rondane und Dovrefjell aufbrach. Auch hier sammelte ich unglaubliche Erfahrungen, von Gewitter auf dem höchsten Berggipfel bis zum Beobachten von Moschusochsen und Rentieren, von denen ich auf jeden Fall noch lange schwärmen werde!

Corinnas Erfahrungsbericht

Alter: 19
Reiseziel: Norwegen
Heimatort: Oftersheim
Dein Statement? Alles in allem war es auf jeden Fall eine gute Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Ich war in der Region Oppland, im Ort Vinstra. Dies liegt etwa 8 km nordwestlich von Lillehammer. Meine Gastfamilie hat viele Ausflüge mit mir unternommen, vor allem in die umliegenden Orte, die nicht unbedingt nahe beieinander liegen. Dort waren wir meist auf Märkten oder Volksfesten. Außerdem sind wir durch den Jotunheimen-Nationalpark gefahren und ich habe mit meinem Gastbruder eine Wandertour gemacht und ihn ein Wochenende in Oslo besucht. Ich habe auf einem Bauernhof gearbeitet, der hauptsächlich von der Milch- und Rindfleischproduktion lebt. Auf dem Hof habe ich mich um 27 Milchkühe, 9 Bullen, 24 Kälber (später kamen 3 Neugeborene dazu), 11 Färsen, 4 Pferde und etwa 35 Hühner gekümmert. In den ersten 3 Wochen meines Aufenthalts waren wir mit den Milchkühen, Färsen und Pferden noch auf der Sommerfarm in den Bergen, danach sind wir auf den eigentlichen Hof gezogen. Mein typischer Arbeitstag sah wie folgt aus: 7:00 Uhr: Rinder füttern und bei den Milchkühen sauber machen 7:45 Uhr: Kühe melken, dabei versuchen sie etwas zu bürsten 8:30 Uhr: nochmals bei den Kühen sauber machen und anschließend das Melksystem reinigen 9:00 Uhr: Pferde auf die Weide bringen, den Rest des Stalls säubern, also bei Bullen, Kälbern, Pferden und den Futterraum 10:15 Uhr: Hühner füttern und Eier sammeln 10:30 Uhr: Frühstück 12:00 Uhr: Norwegisch-Kurs 16:00 Uhr: Mittagessen Ab 17:00 Uhr: Stallarbeit, das Gleiche wie morgens. Ab und zu habe ich auf die Enkelkinder aufgepasst, die Tochter meiner Gasteltern hat mit ihren beiden Söhnen auf dem gleichen Hof gelebt. Mein Auslandsaufenthalt hat mir gut gefallen. Es war nicht immer einfach, ich bin oft an meine Grenzen gegangen und zeitweise war das Heimweh kaum aushaltbar. Aber ich hatte eine tolle Familie, vor allem mit den Kindern, die in meinem Alter waren, habe ich mich super verstanden. Mit meinen Gasteltern habe ich eher gute Freundschaft geschlossen, als dass sie eine zweite Familie geworden sind. Alles in allem war es auf jeden Fall eine gute Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Oslo muss man auf jeden Fall gesehen haben, das ist eine wunderschöne Stadt. Es lohnt sich auch, sich nach Events in der Gegend umzusehen, ich beispielsweise war in Lillehammer beim Ski-Weltcup. Es ist auch schön, sich mit anderen Gastarbeitern in Verbindung zu setzen, besonders wenn sie auch aus anderen Ländern kommen. Ansonsten unbedingt an wetterfeste Kleidung denken!

Michaels Erfahrungsbericht

Alter: 24
Reiseziel: Norwegen
Heimatort: Zwickau
Mein schönstes Erlebnis war eine Wanderung. Von Myrdal nach Flåm. Flåm liegt direkt am Fjord und dessen atemberaubender Anblick entschädigt jeden entstandenen Muskelkater.

Viele meiner Freunde haben bereits solch eine Erfahrung gemacht und ich dachte mir, das kann ich doch auch! Also habe ich mich für ein halbes Jahr Farmarbeit in Norwegen angemeldet. Mein erster Arbeitstag sollte der erste Juni sein. Ich habe allerdings schon Mitte Mai Deutschland verlassen und mir noch ein paar schöne Tage gemacht. Ich habe mir viele landschaftliche und kulturelle Highlights in Norwegen und Dänemark angesehen. Ich kann diese „Extra-Tage“ jedem empfehlen, der Deutschland für einen längeren Zeitraum verlässt. Man ist immer unterwegs und erlebt etwas. Dadurch denkt man in den ersten Tagen schon mal nicht so oft an zu Hause und das Thema Heimweh hält sich in Grenzen. Auf der Farm in Batnfjordsøra (zwischen Molde und Kristiansund) angekommen, lernte ich meine Gastfamilie kennen. Ich denke jeder kann mir bestätigen... in Norwegen herrscht eine andere Mentalität. Die Menschen sind ruhig und fröhlich. Vor allem hat mich ihre offene Art und Hilfsbereitschaft beeindruckt. Meine Gastfamilie bestand aus dem Farmer, seiner Frau und ihren drei Kindern (11, 13 und 15 Jahre), sowie des Farmers Mutter. Ich wurde liebevoll in die Familie aufgenommen und habe viel mit ihnen erlebt. Wir haben gemeinsame Tagesausflüge unternommen, waren baden oder sind zusammen zum Fußball gegangen. Ich war allerdings nicht der einzige Arbeitsgast. Mit mir hat ein Praktikant aus der Ukraine gearbeitet. Wir haben vorwiegend Englisch gesprochen, haben uns aber auch ans Norwegische herangetraut. Unser Arbeitstag bestand aus drei Schichten auf einer Milch produzierenden Farm. Wir haben früh und abends jeweils 2,5h gearbeitet. Ich habe alle Kühe im Stall zusammen getrieben damit mein Kollege sie melken konnte. Stallreinigung, Tierpflege und Füttern gehörte auch zu meinen Aufgaben. Mittags haben wir 1-2h gearbeitet. Da wurde allerdings nur gefüttert. Es war eine sehr aufregende und abwechslungsreiche Arbeit. In den Sommermonaten haben wir einige junge Kühe in die Berge getrieben. Da sie nicht gemolken wurden, konnten sie sich frei in der Umgebung bewegen bis wir sie im Herbst zurück getrieben haben. In den 6 Monaten kamen auch einige junge Kälber zur Welt. Diese habe ich alle mit der Flasche gefüttert. Es war eine der schönsten und lustigsten Aufgaben. Mit durchschnittlich 7 Arbeitsstunden am Tag hatte ich einen entspannteren Arbeitstag als in Deutschland. Mein Chef war allerdings länger unterwegs als ich, da er jede Menge andere Aufgaben zu erfüllen hatte. Ich hatte 2 Tage in der Woche frei, an denen ich immer etwas unternommen habe. Mein Chef war in Sachen Arbeitszeit sehr kulant und hat mir auch mehrere Tage frei gegeben. So hatte ich die Möglichkeit die Umgebung zu erkunden und auch weitere Ausflüge zu unternehmen. Glücklicherweise war ich mit meinem eigenem Auto unterwegs. Um Norwegens einzigartige Natur zu entdecken muss man natürlich abseits der Wege gehen. Meine schönste Tour ging nach Flåm am Aurlandsfjord. Nach einer Fahrt mit einer historischen Bahn ging es zu Fuß bis zum Campingplatz zurück. In der Saison sind alle Campingplätze von Touristen aller Nationen belegt. Allen voran natürlich der Deutschen. In meiner Freizeit habe ich auch an dem örtlichen Norwegischkurs teilgenommen. Er wurde kostenlos für alle „Neuankömmlinge“ angeboten. In unserer Klasse waren bis zu 8 Nationen vertreten. Es war sehr interessant und informativ von allen anderen Schülern über deren Land und Leben zu lernen. Es haben sich auch viele Freundschaften gebildet, welche heute noch Bestand haben. Wir haben jedes Wochenende zusammen verbracht und auch am Nachtleben der umliegenden Städte teilgenommen. Nach meiner Heimkehr wurde ich oft gefragt, ob ich in Norwegen leben möchte. Ich weiß nicht, was ich antworten soll! Da ich sehr naturverbunden bin und mir Großstädte zu hektisch sind, habe ich das ruhige Leben sehr genossen. Auch die Mentalität der Norweger empfand ich als sehr entspannend. Wenn man zu Fuß unterwegs ist, kann man stundenlang wandern, ohne jemanden zu begegnen. Und natürlich spricht auch die wunderschöne Natur für sich. ABER andererseits ist das Leben in Norwegen sehr teuer. Der Durchschnittslohn liegt zwar weit über dem deutschen Niveau, aber wer möchte schon das dreifach für ein Auto oder 11€ für ein Sixpack Bier bezahlen?! Natürlich spielen Familie und Freunde in der Heimat auch einen großen Faktor für diese Entscheidung. Also möchte ich meinen kleinen Bericht mit einem norwegischen Sprichwort beenden. „Ute bra, men hjemme best.“ - Draußen ist es schön, aber zu Hause am schönsten. Mein Fazit: Ich kann es jedem mit Fernweh und Endeckerdrang empfehlen! Ich würde es sofort wieder tun. Man lernt fürs Leben und begegnet jede Menge Menschen. Vor allem im „Farmarbeit- Programm“ entwickelt man einen besonderen Respekt vor der Natur- und Tierwelt und dem harten Leben eines Farmers. Auch kleine banale deutsche Eigenarten lernt man nach dieser Zeit zu schätzen und denkt über einiges anders.

Unser Work and Travel Programm in Norwegen

Farmarbeit Norwegen

Fjorde, Rentiere & eisblaue Gletscher: Arbeite & lebe bei einer norwegischen Farmerfamilie inmitten der beeindruckenden Landschaft Mehr dazu

Bewertung:
Farmarbeit Norwegen
(15)
  • Work
    and
    Travel

  • von 18-30 Jahre
  • Ab2Monate
  • ab720Euro